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3 (1778) Patriotische Phantasien
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ohne Gewissensscrupel folgen.

Ich schwieg so gleich, als ich fühlte, daß meineTropfen anfiengen zu wirken, und that als wenn ich ausdem Cabinett gehen wollte, mittlerweile sie, um ihre Be-wegung zu verbergen, nach einen, Buche langte, und stattdes Buches, das Paket ergrif, was ich ihr, auf BefehlEuer Gnaden, hinten auf ihrem Tisch geleget hatte. Wasist dieses, fragte sie mich, und indem sähe sie auch schonselbst was es war, und las: Luittungen über meinerFrauen ihre bezahlten Schulden, so sich bis jeyt auf drei-tausend siebenhundert drey und achtzig Thaler 12 Mgr.belaufen. Sie wollte es öfnen, aber vor zittern konntesie es nicht, und nun lvsete eine Fluch von Thränen dasbeklemmete Herz; sie fühlte auf einmal alles, was Ew.Gnaden für sie gethan hatten, und sagte weiter nichts als,wo ist mein Mann? Der ist, erwiederte ich, nach seinerGewohnheit ausgeritten, und wird wohl so früh nicht wie-der zu Hause kommen. Sie suchte mich hierauf durch al-lerhand Fragen anszuholen, um zu wissen, ob Ew. Gna-den auch recht böse gewesen wären, wie sie mir das Paketgegeben batten. Nein, sagte ich, der Herr ist diesen Mor-gen , wie Sie noch im Bette waren, selbst gestiefelt her-ein gekommen, und hat das Paket da so hingelegt, mit ei-nigem Eyfer, wie es schien, denn er stampfte es so dahin,wo Sie es gefunden haben.

Sie blieb hierauf wohl eine halbe Stunde in tiefen Ge-danken sitzen; und man sähe es ihr recht an, wie sie inder unruhigsten Erwartung bey jedem Geräusche aufhörte,ob Ew. Gnaden auch kämen. Endlich aber, wie es ihrzu lange währete, klagte sie über Herzklopfen, und ichmuste ihr erst ein Glaß Wasser, hernach aber ihr den klei-nen Junker holen, mit welchem sie nun schon zwey Stun-den am Fenster sitzt, und recht peinlich auf den Augenblickwartet, da Ew. Gnaden kommen werden.

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Ich