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2 (1778) Patriotische Phantasien
Entstehung
Seite
256
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zz6 Der alte Rath.

ner Zurückkunft begegnete ihm ein alter unglücklicherMann, den er vorher in bessern Umständen gekannt hatte,und der sich ihm furchtsam näherte. Mit einem wohl-thätigen Eyfer gab er ihm in der Geschwindigkeit allesGeld was er bcy sich hatte, und das nicht unbeträchtlichwar, begleitete es aber mit dem rauhen Segen: Nungeht in Gottes Namen: Zu Hause fand er jetzt seineDrille auf der Erde, schalt auf die ewigen Zeitverderber,und vollendete die Arbeit seines Fürsten, obgleich dieBrille vor dem einen Auge geborsten war. Es ward in-dessen Abend, und seine liebenswürdige Nichte glaubteden Augenblick zu finden ihn wegen ihrer Heyrath, wor-inn er schon längst gewilliget hatte, zu sprechen. Wiesie in sein Zimmer trat, erzählte er ihr die Geschichte vonseiner Brille, und das mit einem solchen Eyfer, daß dasarme Mädge» das Herz nicht hatte, ihres Anliegens zugedenken. Als sie endlich traurig Weggehen wollte, riefer ihr nach: A propos! Cousine, eure Hochzeit wird baldseyn, hier habt ihr, das ich euch vorerst mitzugeben ge-denke, aber nun laßt mich mit allen Anstalten ungescho-ren. Macht alles so gut wie ihr könnt und wollt, ichwill es bezahlen, aber nun nichts mehr davon hören.Versteht ihr mich? Die arme Hexe gieng furchtsam weg,sah, daß ihr der gute Onkle zehntausend Thaler zumBrautschatze geschenkt hatte, und durfte es doch nichtwagen ihm dafür zu danken. Beym Abendessen faßte sieseine Hand und benetzte solche mit einer dankbaren Thrä-ne. Zum Unglück für sie war er eben in einem wichtigenProject vertieft; er fuhr also auf, und wie er ihre Rüh-rung sähe, sagte er ihr weiter nichts, als: Mach ich esdenn immer Unrecht? In der Eilfertigkeit womit sie sichzurück zog, warf sie ein Glas Wein um, das vor ihrauf dem Tische stand. Hier forschte er mit der größten

Sorg-