zu bessern, als auszuflicken. 299
daß das Geld, waS sie höben, blos zu Unterhaltung derWege angewandt würde; daß alle vernünftige Reisendesolches mit vielem Vergnügen erlegten; daß die Untertha«nen, welche die Last des Baues getragen, sich aber gar nichtzu beschweren hätten, indem sie mit halber sonstigen Anspan-nung und Zeit, ihre Productc frey verfahren könnten.
Nun zahlte ich mein Weggeld mit Freuden uiid segnetemit meinen neulichen Frachtleuten die guten Landesherren,in deren Lande ich meine Scherbe zum gemeinen Besten miteinzulegen die Gelegenheit fand. Und wenn es denn auchbesser wäre gar kein Weggeld zu zahlen, dachte ich, ist esdenn nicht auch 'eben so billig bey dem Genuß eines allge-meinen Vortheils auch gemeinschaftliche Beyhülfe zu leistendGute Wege erhalten sich nicht selbst; sie erfordern also wonicht kunstniäsiige -Hände und gelehrte Aufseher, docheine stete und vernünftige Aufsicht; diese halte ich aber inden Händen verständiger Leute immer klüger und vortheil-Hafter als in den Händen der Lchmklecker, Flicker undSchmierer. Und nur dann erst, wenn die vernünftige Un-terhaltungskosten das Weggeld überstiegen, dürfte vomLandsherrn ein mehrers verlanget werden können.
Hätte unser Schriftsteller meine Frachtführer reden ge-höret; so würde ihm vielleicht die Sorge, daß die erbaue-ten Wege des Weggeldes wegen, aller Flüche und Verspre-chungen der Fuhrleute ohncrachtet, verfahren werden, we-niger Kummer verursachen. Doch es geschehe! Soll dennalles Gute desfalls unterbleiben, weil es gemißbrauchetwerden kann?
Die Freunde des Anbaues und der Bevölkerung, wel-che sich freuen, wenn in Heiden durch die sogenannte Abse-tzung der Wege, Land zur Cultur gewonnen wird, müssenwarlich sehr seichte Begnffe von Heiden, Cultur und Be-
völke-