254 Den Staat mit einer Pyramide verglichen.
Wir wollen uns also 'nur zur Mitte wenden. Nachdem stärksten Pyramidalischen Verhältnis folgt auf EinsZwey, und so bekömmt der Schaft eine Unförmlichkeit, wennoben dieses Verhaltniß überschritten wird, und die hoheDienerschaft sich oben am Halskragen zu sehr vermehret-der Schaft bekömmt einen Bauch, wenn zu viel neue Edel-leute gemacht werden, oder der unbegüterte Adel sich zustark in die Bedienungen drängt, darauf heyrathet und eineMenge Kinder zeugt, die niemals wieder zum Pfluge mnick-kehren, sondern, wo sie nicht todt geschossen werden, lauterAuswüchse werden, die von der Wurzel leben, ohne demStamme wiederum einigen Saft mitzutheilen; sie bekömmtzuletzt unten einen Bruch, und leider ist dieses jetzt das all«gemeine Staatsübel/ wenn der Wehrstand, er sey nun vomLeder oder von der Feder, besonders wo demselben das Hey-rathen erlaubt wird, mit Weibern und Kindern, den Nehr-stand überwiegt; und eine Menge kleiner und mittelmäßiggrr Bediente sich wie das Ungeziefer anhängen.
Auch hierinn sollte man sagen, hätte der geistliche Staatöinen Vorzug, wo der neue Adel verachtet, die jüngern Söh-ne und Töchter des Alten mit Präbenden versorgt, und vomHcyrathen abgehalten, die höhesten Bedienungen mit Geist-lichen besetzt, und alle Maasreguln genommen werden, daßder dem Pfluge entzogene Stand, sich wie billig, nicht zusehr'zur Last ides Staats vermehre, und jeder FürstlicheRath wiederum sechs andere Räche, und sechs künftige Rä-lhinnen zeuge. Allein auch hier müssen wir mit jenem altenheydnischen Sittenlehrec ausrufen: lIbigue nautrsgium,überall zerbrochene Töpfe!
Von dem Grunde brauchen wir weiter nichts zu sagen,als daß solcher nicht leicht zu zahlreich, nicht zu stark undVicht leicht zu gut gefugt seyn könne; und daß wo es hier»