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2 (1778) Patriotische Phantasien
Entstehung
Seite
237
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der verlohren gehenden Zeit. 257

dem Strumpf zu knütten; und ich habe manchmal ausden Städten dortiger Gegend Hunderte von Mädgen zumMelken ausgehen sehen, worunter keine einzige war, dienicht mit dem größten Eyfer ihren Strumpf knütteke. Hiersage ich, fühlt man den Verlust lebhaft den andre Länder,worinn gewiß auch einige tausend Menschen zum Melkengehen, und täglich mit hin- und herlaufcn sechs Stundenverlieren, erleiden müsse»; und warum? blos weil es dieGewohnheit, oder weil der Mensch von seiner ersten Jugendan nicht dazu erzogen ist.

Mit Recht belohnten die hiesigen Landstände beym vo-rigen Landtage eine junge Frau »>, die seit vielen Jahrenauf zweyen Rädern zugleich gesponnen hatte, um ihren al-ten Mann, und ihre Kinder zu ernähren. Exempel vondieser Art zeigen was geschehen könne, wenn die frühe Er-ziehung der Landespolicey entgegen kömmt; und wie sehrwäre es zu wünschen, daß auf diese Art der Erziehung nurso viel verwendet würde, als auf manche verunglückte Fa-brik verwendet ist. Es würde freylich nicht zu verlangenseyn, daß alle Menschen so anhaltend arbeiten sollten. Al-lein dir Geschicklichkeit dazu könnte ein jeder durch die Er-ziehung erlangen; und so wüste er doch zur Zeit der Noch,daß er sein Brvdt mit zweyen Rädern suchen müste, was ermit einem nicht erhalten könnte; so würde ihm vielleicht dieArbeit zur Gewohnheit, und Gewohnheit jzur andern Natur:und so würden die 216000 Stunden, die von 16000 Men-schen alle Tage regelmäßig mit holen «id bringen verlohrenwerden, zu einem wichtigen pinn in der Oekonomie desStaats.

Es

,) Die Prämie ist ihr ohne ihr Gesuch, und ohne daß sie auch»nr dergleichen vemmthet, z,'gesandt worden.