an seinen Wirth in Westphalen. 22z
sein Hemd anzieht, oder sein Morgengebet abstößt. EureGelehrten lwissen kaum mit dem Hunde einer Dame, ge-schweige denn mit vernünftigen Menschen umzugehenz undder geringste Schuhflicker in Paris hat mehr feine Lebens-art als euer bester Vollmeyer Ich begreife gar n cht wiees sich in einem solchen Lande leben läßt wo die Leute nichtsthun, als arbeiten, essen, schlafen, und sich Wohlbefinden.Wo man keinen König zu bedainen, keinen Minister zn ver-fluchen, keine Gräfin zu kreuzigen, keine Commis zu spies-sen, keine Verordnung zu verspotten, keine Freunde zu stür-zen, keine Großen zu hassen, keine Partheyen zu erheben,und keine Krankheiten zu erzäblen hat; wo es keine Män-ner zu bekriegen, keine Weiber zu verführen, keine Tugendzu kaufen oder zu verkaufen, keine Patrioten zu erhandeln,und keine Betrüger zu verehren giebt; kurz, wo die Ueber-tretung aller zehn Gebote Gottes einem so wenig Ansehenals Vergnügen giebt. Nur Schade, daß ich nicht darangedacht habe, ein Geschöpfe eurer Art mit nach Paris zunehmen, um den Herrn von Büffon besser in Stand zu se-tzen, die Classe der Abweichungen in der menschlichen Artnoch mehr zu bereichern, und ein Gerippe von euch in derKunstkammer des Königs mit meiner Beschreibung aufzu-skellen. Hiemit Gott befohlen, und die Rechnung bezahlt,womit ich dich bey meiner Abwesenheit beehret habe.
Xl.VIl.