an seinen Wirth in Westfalen. 22-
sichen Kunsttrieben und Kunsttugcnden, die sich doch zu dennatürlichen, wie eine Pastete von l.» Loul,)'e zu euren groftsen Bohnen verhalten. Eine solche thierische Art von Men,schen, die ihre Seele blos mit gesunden Wahrheiten füttert.Und wenn man ihr die neuesten Erfindungen in der Kirnstzu genießen, mit den feurigsten Farben mahlt, oder rinOperetgen von Gretry mit aller Grazie vorfingt, kalkfinnigantwortet, daß wir das italiänische nur süß und leicht, dasenglische schwach und mishellig, ihr deutsches aber vollendslahm machten, habe ich in meinem Leben nicht angetroffen.
Der Hang zum Vernünftigen und Nützlichen ist zwarfteylich nicht zu verachten; und ich gönne es euren Baurengern, daß sie lieber eine gute lange Predigt als eine OperaHoren. Aber daß Leute von Stande einen solchen grobenGeschmack haben; und daß Damen, die doch nur zum Ver-gnügen in der Welt erschaffen sind, ein solches Pflanzenlebenführen können, dieses ist mehr als ein Philosoph berechnenkann. Wann man dergleichen Charaktere auf unsrer Bühneverstellen wollte; so würde die parisische Welt den Verfafiser für eine so abenthcurliche Uebertretung der menschlichenNatur ohne Barmherzigkeit auspscifen; und entdeckte er ih,nen dann vollends was ich noch weiter gesehen, daß alleeure verhcyratheten Weiber, Kinder und oft sehr viele haben;daß sie ihre edelste Zeit mit deren Erziehung zubringen; unddaß es bey euch Männer giebt, welche dergleichen Kinder,mutter mit zärtlichen Augen ansehen können: so würde ihnder ganze Hof ohne Gnade für verrückt ausschrepen. DemPöbel allein liegt es ob, die Welt zu bevölkern; und eine soeinfältige Fruchtbarkeit ist der höchste Grad der Dummheit.
Und eben so denke ich von allen euren baren Lugendenofnen Herzen. Jene sind wie eure rohen Schinken, unddiese gleichen einer nackten Haut ohne Schminke, die man
ohne