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2 (1778) Patriotische Phantasien
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164 Ueber die verminderte Schande

E^eqenoßinnen. Jeder Philosoph, so bald er nur gekonnt,har sich gleich bemühet, dienächten Kinder und ihre » üt-ter so viel möglich von aller Schande zu befreyen, und sichum das ganze menschliche Geschlecht verdient gemacht zuhaben geglaubt, wenn er die armen unschuldigen Fruchteeiner zwar verbotenen aber leider allezeit verführischen Liebevon allem Vorwurfe bcfreyet. Groß sind unstreitig dieBewcgungsgrände dazu gewesen Natur, Menschheit,und Menschenliebe haben laut zum kobe solcher Anstaltengesprochen Allein im Grunde ist es doch die nnpolinschePhilosophie unsers Jahrhunderts, welche hier ihre Machtzeiget. Es ist wiederum die neumodische Menschenliebe,welche sich auf Kosten der Dürgerltebe erhebt. Es ist höch-stens die christliche Barmherzigkeit, welche hier eine Lückeder Civilverfassung auefüllt, die aber nicht erzwungen wer-den muß. Die Frage ist nicht so schlechterdings von derStimme der Natur, und von den Rechte» der Menschheit,wenn es auf bürgerliche Rechte ankömmt. Im Stande derNatur ist keine Ehe, und so bald man die Begriffe hieoonaus dem Stande der Civilvereinigung in den Stand der Na-tur überträgt: so begeht man eine gefährliche Vermischung,deren Folgen iu der Lhat schädlicher sind, als man sichrinbildet.

Ist es wahr, daß die Ehe ihre großen Beschwerden ha-be; ist es wahr, daß viele ihr den ledigen Stand vorziehcn:so ist nothwcndig alles dasjenige was den ledigen Standbegünstiget, und was ihm alles Vergnügen, was die Ehegewähret, ohne jene Beschwerden verschafft, unpolitischund wider die wahre Wohlfahrt des Staats, nachdem es«ine ausgemachte Wahrheit ist, daß aus einer Ehe mehrKinder gebohren werden, als aus drcyen unerlaubten Ver-bindungen Es ist unpolitisch, den Hurkindern eincrleyEhre mit den ächtgebohrnen zu geben, weit dadurch der

stärkst!