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2 (1778) Patriotische Phantasien
Entstehung
Seite
83
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an die Frau... in der Hauptstadt, gz

ihrer Bedürfnisse nur ein Zeichen ihrer Armuth sey?Welch ein Unsegen für uns, wenn wir an die täglichenAßemblecn, wie an unser Spinnrad gewöhnet wären?Wenn wir Voltairen und Popen besser, als unser Jntelli-gcnzblatt, und mehrere Arten von Spielen, als Hausarbei-ten kennten?

Denken Sie nicht, daß ich das Lesen guter Schriftenverachte. Ich kenne den Werth derselben sehr gut, hütemich aber sehr davor, daß ich meine Empfindungen nichtaus meinem Stande gewöhne, und das Lesen bloß zu einernothwendigen Ausfüllung meiner langen Weile mache.So weit darf es mit mir nicht kommen. Ich habe meinegesetzten Stunden dazu; so, wie zu meiner Arbeit, welcheich in meinem Berufe dem Lesen freudig vorziehe. Und ebendiesem Lesen habe ich den nöthigen Ehrgeiz zu danken, daßich mich durch die höhnischen Anmerkungen der Stadtleukein meinen Pflichten nicht irre machen lasse. Vor r Jahrenlag ein französischer Oficier bey uns. Sein Lied war be-ständig: On ne vit gu'ä k»r>5, ein veAece sllls»rs. Er ver-langte auf unserm Dorse nichts weniger, als Bälle, Opern,Comödien, Loupes ÜN8, und pekire; ingssonr. Doch begriffer endlich, daß wir sehr unglücklich seyn würden, wenn wirdieses nöthig hätten, um uns zu zerstreuen. Ja, er giengzuletzt so weit, und machte ein Lobgedicht auf den wohlthä»tigen Fluch, daß jeder Mensch sein Brod im Schweiß desAngesichts essen sollte.

Sie sprachen, wertheste Freundin, wie Sie bey uns wa«ren, sehr vieles vom Wohlstände und von der guten Erzie-hung in Hannover; und unsere Frau Pastorin, welche Ih-nen keinen Blick entwandte, so sehr huldigte dieselbe IhrerGröße, sucht jetzo eine Französin. Sie hat von Ihnenvernommen, daß zn einer guten Erziehung die französische

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