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2 (1778) Patriotische Phantasien
Entstehung
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61
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declamitt von einem Bürger. 61

Wie ehedem zu statten kommen; wo der geldreiche Mannsich Adel und Litte! kauft; wo der Hcuermann, der demStaate so wenig mit seinem Blure als mit seinem Gelbe ineinem gerechten Verhältnisse dient, aller Vortheile genießt,und den angesessenen Mann unter der Dürde der öffentlichenLasten seufze» läßt; und wo endlich ein Caffarelli sich zumHerzoge singt: in dieser schrecklichen Vermischung, sage ich,ist uns eine schleunige Huste nöthig, oder cs ist alles ver,lohren; die Ehre, diese mächtige Triebfeder der menschlichenHandlungen, wird uns zu nichts mehr dienen; die edle Liebezum Eigcnthum wird verschwinden; die Belohnungen allerVerdienste weiden zum Nachtheil des Staats beständig mitGelbe geschehen müssen; die Strafgesetze werden, da Flucht«linge mit Eingesessenen in einerley Stand treten, grausamwerten, und die allgemeinen Lasten, welche jederzeit mit derEhre und der Liebe zum Eigenthum in unzertrennlicher Ver-knüpfung gestanden, und eine rühmliche Bürde gewesen,werden den steuerbaren Mann erst in Armuth und dannnoch dazu in Verachtung senken.

So groß so gewiß ist die Vermischung, und so schrecklichsind die Folgen. Mit einer Krone von Eichenlaubs, welcheehedem ein römischer Bürger für seine größte Belohnungschätzte, läßt sich niemand mehr bezahlen; die ritterlicheWürde führet keinen mehr zu ritterlichen Thaten; der Ädelselbst ist feil geworden; Geld und Dienst entscheiden alles,und beyde haben die Oekonomie der gemeinen Ehre, oderdie Mittel, einen zur gemeinen Wohlfahrt ordentlich undgewissenhaft steurcnden; einen sich in seinen Pflichten un-sträflich beweisenden; einen sich für seinen Mitbürger auf-opfernden, oder in glückliche« Unternehmungen für den Staatrühmlich beschäftigten Patrioten, ohne Geld zu belohnen,auf eine schändliche Arr vernichtiget. Der Geldreiche fäh-