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2 (1778) Patriotische Phantasien
Entstehung
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38 Die liebenswürdige Kokette,

Brantewein zu geben. Hier hätten Sie sehen sollen, wiedem guten Kerl die Thränen in feurigen Kugeln von denWangen herunter rollcten; er fieng an zu schluchzen, undnie bade ich die feinste Liebeserklärung mit solcher heimlichenWollust genoss n, als die Dankbarkeit dieses Greises.

Wie er weggieng, kam ein andrer mit Einem Arme.Guter Freund, sagte ich zu ihm, wo habt ihr euren EinenArm gelassn? Hier lies ich lbm seineHeldenthaten erzählen,wie er unter dem Herzog Ferdinand gefechten, wie ec imFelde acht Lage lang oft nichts als Kartoffeln aus der Aschegegessen, und doch niemals so sehr gehungert hätte als jetzt.Ich fragte ihn nach allem was er von dem Herzoge wußte,und freuetc mich, daß seine Augen immer heiterer wurden,je mehr er von ihm sprach. Durch alles fragen, loben,und bedauren, wobey ich ihm zuletzt mit einem unempfind-famen Blicke sagte: er wäre wohl in seinen jüngern Jahrenein hübscher Kerl gewesen, und ihm darauf einen Dukatenin di? Hand drückte, und einen Scheffel Roggen zu gebenbefahl, setzte ich den Mann in eine solche Entzückung, daßer mir mit einem Eyfer, den ich an einem Prinzen Unver-schämtheit genannt haben würde, auf die Hand fiel, undsolche küssete, ehe ich sie wegziehen konnte. Fy! werdenSie sagen, sich von einem Beiter die Hand küssen zu lassen!Ja nun! es ist geschehen, und die Erinnerung macht michnicht roth.

Zwanzig mal gebe ich aber armen Frauensleuten einigeGroschen, ohne in die Versuchung zu gerochen, mit ihnenein bisgen zu wimmern und zu seufzen, und ihnen Thränender Dankbarkeit abzulocken. Mein Mann legt dieses alsdie offenbarste Probe meiner Koketterie aus, und ich weisselbst nicht, was ich dazu sagen soll, daß mich eine männ-liche Lhräne mehr rührtj als tausendj weibliche. Es fty aber

lKoket-