der Landplagen. zz
Ich muß jetzt nach Holland, sagte er, um so viel ;u ver-dienen, daß ich meine Schuld bezahle. Aber ich habe keinReisegeld, und da ich von allen die ich kenne, schon so vielGutes empfangen: so mag ich keinen darum ansprrchen;ich muß also doch meine Kuh .... Hier konnte er fürSchluchzen nicht weiter reden, und manche Thräne rolltevon dem abgehermten Gesichte — Und wer weis, ob ichaus Holland wieder komme, da ich mich nach einem so trau«*rigen Winter schwächlich finde, und mich sehr werde an»strengen müssen, um nur erst so viel zu gewinnen, als ichfü<Korn und Heuer schuldig bin?
Ich gab ihm zu seiner Reise, zu seiner Erhaltung fürseine Kinder, — und «un eilte ich der heimlichen Lugendnachzudeuken, welche die Noch in manchen Herzen aufschließt.Wie groß, wie edel, dachte ich, hat sich bey der gegenwär-tigen Theurung nicht manches Herz zeigen können? Wasfür.verborgne Quellen der Tugend hat die Noth nicht eröf»net! und wie vielen Dank sind wir der Vorsehung nicht fürdiese Prüfung schuldig?
Lange glückliche und wohlfeile Zeiten schläfern den Men-schen endlich ein; der Arme wird unerkenntlich, weil ihmleicht geholfen wird, und die leichte Hülfe macht ihn nach-läßig ln seiner Arbeit. Der Philosoph spielt mit der bestenWelt, und der Staatsmann mit eitlen Entwürfen. Bloswollüstige Leidenschaften erheben sich aus der Rühe, undsinken nach einer leichten Befriedigung wieder dahin. DieLugenden gehen mit den Complimenten ihren ebnen Weg;nichts zwinget zu Erfindungen und großen Entschlüssen;die öffentliche «Vorsorge wird schlaff, und alles geht sogleichgültig wohl, daß auch selbst das größte Genie nurhalb entwickelt wird.
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Allein