ZS Vorschlag/ wie der Them ung des Korns
im Kirchspiel dieser Gilde helfen müßte; so würde diele Gildemit vereinten Kräften Geld oder Credit und Bürgen finden,und sich solchergestalt auch retten können. Es find vieleDinge die einc Comvagnie oder Gilde mit genügsamer Machtunternimmt, ein einzelner Mann aber wohl liegen lassenmuß. Das sschlimmste bey den Rcttungsanstalten zur Zeitder Thcurung ist insgemein die erste Anstalt zum Ankauf desKorns und die erforderliche geschwinde und vorschüßige Derzahlung. Aber hier tritt nun in guten Staaten die glückli-che Fürsorge der Landeshcrrschaft ein. Diese läßt das Kornauf dem nächsten und wohlftssien Orte kaufen, thut denVorschuß, und borgt dem Kirchspiel oder der Gilde unter ih-ren Vorstehern oder Bürgen. Diese dürfen also nur hin-schicken, abholen, und cs so vorsichtig verthcilen, daß isiedas Geld dafür zur geseiften Zeit wieder 'einliefern könne».Diese Hülfe kann keine LandesHerrschaft einzelnen Menschenangcdcyen lassen; weil sie sich in unendliche Weitläuftigkeitund mit großer Unsicherheit einlassen würde. Allein einerGilde unter Vorstehern 'und Bürgen kann sie ohne diese Un-bequemlichkeiten desto leichter helfen.
Oie Erfahrung hat in diesem Jahre gewiesen, daß vieleAemtcr und Kirchspiele, ohnerachtet sie Mangel zu habenschienen, lieber ihren Miteinwohnern aus ihrem eignen Vor-rache mittheilen, und sich so viel sparsamer behelfen, als dieFuhren zur Abholung des fremden Korns leisten wollten.Andre, welche ins wilde gefordert hatten, traten aus glei-cher Ursache zurück, machten es wie jene, und begehrten nuretwas weniges. Andre, worinn die Landleute genug hatten,wollten den Oorfgesesseneu nicht aushelfen, und auch nichtfür sie fahren. Mancher Landmann der zwar nichts übrig,aber doch für sich genug hatte, behalf sich sparsamer, undvermischte seinen Rocken mit andern Körnern, um seinen
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