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2 (1778) Patriotische Phantasien
Entstehung
Seite
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der Bevölkerung re.

ist dieses beynahe der: Fall in obigem Verhältniß; undschwerlich wird sich jemals eine erhebliche Bevölkerung durchHandarbeiter erhalten lassen, ohne die Hälfte davon unterder Peitsche des Hungers und der Roth sterben zu lassen.

Ein Staat der zehntausend Ackerhöfe und zwcymalhun«dert rausend Heuerleute hat, kann nicht allen Armen undKranken auf gleiche Art oushelfen. Ich kenne ein Kirch-spiel, worinn.die Bevölkerung eine ganz neue Kirche, eineVermehrung von drey Predigern, von sechs Schulmeistern,acht Hebammen, zwey Wundärzten, vier Armenhäusern,zweyen Hospitälern, vier Procuratoren rc. erfordert hat.Wenn ich die Rechnung von dem Unterhalte dieser Anstaltennachsehe: so werden neun Zehntel der Kosten von den Hof-gesessenen getragen, und diese durch Mitleid, durch Andachtund um grössere Uebel abzuwenden, zur gutwilligen lieber-nehmung dieser Beschwerden bewogen. Wahr ist cs, sie ge-winnen auf einer Seite dabey, daß sie ihre Ländcreyen undFrüchte theuer ausbringen können; sie haben in vielen Fäl-len mehr Hülfe, und man kann zugeben, daß ihnen die Uerberlast bis auf einen gewissen Grad vergütet wird. Abernun auch einmal angenommen, daß diese Volksmasse faulwird, daß die Noth den Damm -durchbricht, und der ganzeUnterhalt der Handarbeiter auf die Menschenliebe des Kirch-spiels fällt, in welche Verlegenheit wird dann dasselbe nichtgerathen? Die Oberpolicey tritt wohl zu, wenn es auf einesJahres Mißwachs ankommt; auch das zweyte wird nochwohl gut oder übel ausgehalren. Aber eine muthlose, trägeund schamlose Volksmasse, welche anfängt Betteln undStehlen für rin ehrliches Nothmittel zu halten, wird dieLandeigcnthümer in wenigen Jahren erschöpfen^ wo diesenicht ihr Her; verhärten, und Hunderten zum nothwendi«digcm Stempel, hundert in Elend und Kummer vergehenlassen.

Nicht