Druckschrift 
1 (1778) Patriotische Phantasien
Entstehung
Seite
354
Einzelbild herunterladen
 

zz4 Beschwerlichkeiten zur Aufnahme

wattig unter der französischen Herrschaft gebeuget, Tiniansuchen und daselbst die Wollust der Elisäen genressen.

Was hilft es dem Rheingaucr zu Hochheim die fettenTrauben zu keltern, die wir ohne Durst und zum Scherzherunterschlucken?

Unser Vaterland aber, liebster Freund, ist nicht sounfruchtbar, als Sie es beschreiben. Unsre Heiden sinddurchgängig mit grünen Angern durchwachsen, und sie sindnirgends so schlecht, daß sie nicht Holz tragen könnten.Die Verschiedenheit des Erdreichs, welche sich fast allent-halben findet, giebt der Kunst Mittel durch vielerley Ver-mischungen ein neues zu schaffen, und aus mehreren un-fruchtbaren ein fruchtbares zu machen. Wir sind hier derungezweifelten Meinung, daß Westphalen um ein unend-liches besser seyn würde, wenn alles mit Korn und Grasund Holz angebauet wäre, und daß solches in unsermJahrhundert noch geschehen könne. So viel hat uns derFleiß und die Erfahrung vor Ihnen bereits voraus gege-ben, daß wir von einer Sache Ueberzeugung haben, dieIhnen noch lange Zeit zweifelhaft seyn wird; denn wirwissen wohl, daß Sie noch lange für das PlaggenmattIhres Vaterlandes patriotisch streiten werden.

Es ist keinesweges unmöglich einen Rheinländer, odereinen andern Fremden, in unfern Gegenden zurechte zuhelfen; es ist hier aber nicht Raum genug und nicht dieGelegenheit Ihnen alle Mittel dazu zu zeigen. Sie wis-sen, daß unsere Kameralisten einen Vorzug vor vielen ha-ben, und daß sie die Hindernisse, welche anderen unüber-steigkich scheine», leicht überwinden. Sie werden dasMittel leicht finden, die alten Einwohner mit den An-kömmlingen zu vereinigen; und alsdenn sind alle Schwie-rigkeiten schon gehoben. Laben so viele Eingebohrne undbenachbarte Fremde bey uns gebauet, die nicht die gegen-

wär-