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1 (1778) Patriotische Phantasien
Entstehung
Seite
349
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nach Wesiphalen ziehen sollen. Z49

Unser Stift hat seine Bevölkerung blos der Arbeit inHolland zu danken. Dies ist das Capitul, wovon sich dieMenge von Nebenwohnern ernähret; und wenn man ih-nen dieses entzöge: so müßten sie den Boden und die dar-auf stehende Hütte bald verlaufen. Spinnen und Webenallein ernährt eine Familie nicht. Gesezt, eine Personspinne des Tages drey Stück Garn, wovon r 8- für einenLhaler verkauft werden; so ist dieses ein wöchentlicherGewinnst von i8mgr.; indem das Flachs, was dazu geht,gewiß 18 mgr. kostet. Solchergestalt erwirbt eine Person,die alle Woche 6 Tage und täglich z Stücke spinnet, nichtmehr als 26 Thaler des Jahrs. Wenn man davon dieHaus- und Gartenmiethe, die Handdienste und Auflagen-abzieht: so bleibt vhngefehr so viel übrig, als vor dieFeyertage abgerechnet werden muß; woher soll nun diesePerson Brod, Feuerung und Kleider nehmen? Ein Menschmuß wenigstens 5 bis 6 mgr. des Tages gewinnen, wo-fern er auskommen soll.

Ueberhaupt aber wollen Colonisten gleichsam zusammenbrüten. Wenn man sie einzeln zerstreut, und unter dieLandeseinwohner versteckt: so fühlen sie bald das Heim-weh. Der Unterschied der Sprache, der Nahrung, derKleidung, macht, daß sie mit den Landeseinwohnern nierecht vertraut werden. Diese behalten allezeit eine Ver-achtung gegen solche arme Fremdlinge, hassen und vermei-den sie wohl gar, stehen ihnen wenigstens in keinen Nö-then bey, verheyrathen sich nicht mit ihnen, und ein sol-cher einzelner Colonist sitzt da wie auf einer Insel, ohnedaß er sich einmal dem Kruge nähern darf. Nun sindaber in Wesiphalen keine solche Gegenden, wo eine ganzeGemeinheit von Neubauern angelegt werden kann. Essind immer nur einzelne Flecke, worauf sie unter die altenEinwohner versteckt werden müssen; und so mögen sie selbst

»«heilen,