948 Project, daß Colonisten
mehr als zehnmal so viel Raum eingenommen, als'erwürklich gebraucht hat. Dazu sind noch unendlich vieleNutzungen aus Holzungen und wilden Gegenden gekom-men, so den Colonisten bey seinem ersten Anbau unter-stützen müssen.
Das fruchtbare Jamaica bot seinen Colonisten ganzeWälder von den besten fremden Holzarten, als Cedern,Mahagoni, China und andern, so die Künstler und Ma-terialisten in Menge gebrauchen, ohne die geringste Mühedar. Es hatte eine Menge von wilden Gewächsen zu Oel,Rum, Farben, Gewürzen und dergleichen Specereyen, wo-mit die Natur die neuen Anbauer beschenkte. Der Bodenin Carolina bringt den wilden Indigo und die schönste Füt-terung für allerley Arten von Vieh, Reis mit wenigerDüngung, und Fichten zu Terpentin, Theer und Pech inunerschöpflicher Menge hervor. Virginien tragt Weizenund Toback; und versorgt seine Colonisten mit Wild undFischen. Der Zucker- und Caffeebau hebt andre Provin-zen; und überall leben die Colonisten, was Weide, Dün-ger und Brandhol; betrift, blos auf Kosten der Natur.Wenn in solchen Gegenden Colonien gerathen; und dochkann man von vielen sagen, daß sie seit einiger Zeit mehrab- als zugenommen haben: so ist es kein Wunder. Al-lein, daß einige zugemessene Morgen schlechten Landes, ei-ne magere Weide, ein bisgen Torf, und eine uneingeschränk-te ungewisse Freyheit Neubauer reizen, ermuntern und er-halten soll, das ist zu viel gefordert. Die Rede ist nichtvon fabricirenden Colonien, welche sich auf Handlung undHandwerk gründen sollen; sondern von Leuten, die ihrErod aus dem Boden und höchstens von ihren körperli-chen zu keinem Handwerke geübten Kräften ziehen sollen.Von diesen sage ich, daß sie nicht aus der Fremde Hergeszogen werden können.
Unser