2Z2 Gründe, warum sich die alten Sachsen
lebhafter vorstellen, als wenn wir einen dieser Alten in oftfenllicher Versammlung auftretcn, und gegen dieNeubaurensprechen lassen.
„Lieben Freunde und Rechtsgenossen, mogte er sagen,„wir baden uns in dieser Mark als Männer vereiniget, well„che Ehre und Gut besitzen; die Gesetze worüber wir uns„verglichen haben, gründen sich auf diesen Besitz; die höchste„L traft ist der Verlust desselben, und die mindern Berger„Hungen werden mit einem Theil unsers Vermögens gebüsset-„Was sollen wir aber mit freyen Neubauern anfangen, die,„wenn sie ein Verbrechen begehen, ihre geringe Hütte, ihr„Gartgen oder ihre anderthalb Scheffelsaat Landes im Stiche„lassen und davon flüchten können? Unser einer, der einen„ganzen Hof besitzt; der mit seinem Hose auch seinen„Stand und seine Ehre unter uns einbüsset; und wo ec„sich auf flüchtigen Fuß setzt, überall mit seinen Kindern„nichts als die Knechtschaft oder ein schlechter Loos zu er-warten hat'; wird sich wohl hüten die Gesetze zu brechen.„Unser einer wird nicht gern sein ganzes oder halbes Ver-flögen daran wagen, um seinen Nachbaren todtzuschlagen.„Wie können wir aber von Neubauren, die wenig oder„nichts zu verlieren haben, ein gleiches erwarten? Werden„wir dadurch gebessert, wenn sie ein Verbrechen begehen,„daß wir ihnen ein elendes Leben nehmen, oder sie mit Ru<„then peitschen lassen? Können wir Leute, die unter solchen„Strafen stehen, für unsere Rechtsgrnossen erkennen; sie„mit zu unsrer Versammlung ziehen, und wenn sie sich, wie„leicht vorher zu sehen, gleich den Heuschrecken vermehren„werden, von der Mehrheit ihrer leichtfertigen Stimmen„das Wohl unsers Staats und unser eignes abhangen las-„sei? Werden sie nicht mit der Zeit, wenn sie von dem«Mächtigem geheget und geschützet werden, diesem ihren
Schutz-