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1 (1778) Patriotische Phantasien
Entstehung
Seite
162
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»62 Gedanken über die vielen Lotterien'

Bergwerke zu bauen, Canäle zu graben, Schiffe auszu-rüsten, und sich neue Quellen des Erwerbs und der Hand-lung zu eröfnen. Allein jetzt will jeder plötzlich undleichtfertig reich werden. Die Kriegslieferung und dieglanzenden Halbmetalle unsrer verwundenen Münzen liegenden mehrsten noch in Gedanken, und stören ihre Rübe.Der Handwerksmann kann noch nicht wieder zu dem klei-nen, öftern und dauerhaften Gewinnst zurückkehren; erwill doppelt und dreyfach gewannen. Der Landmannvertrinkt die Pfennige, so er für Butter und Eyer ein-nimmt, und will sich noch nicht wieder gewöhnen, ausvielen Hellern einen Lhaler zu sammlen. Und so schei-net ein allgemeiner Schwindelgeist alle Stande der Men-schen zu beherrschen.

Allein was thut ein Vater, wenn seine Töchter nichtmehr ruhig schlafen wollen? Er giebt den lüsternen Mäd-gen gute Männer, und macht sie zu fruchtbaren Müttern.Was thut ein Landesvater, wenn seine Kinder zur Ver-schwendung geneigt sind? Er leitet ihre Neigungen aufeinheimische Produkte; verwandelt die Verschwender inPatrioten, und legt selbst Lotterien an, wenn sie durchausihr Glück auf eine plötzliche und schwärmerische Art ma-chen wollen. Laßt uns also auch die Sache von dieserSeite betrachten. Laßt uns annehmen, der Strom derThorheit wolle sich in seinem starken Laufe nicht aufhal-ten lassen; und so scy es der weisen und aufmerksamenPolitik gemäß, ihm diejenige Richtung zu geben, wo erin seinem Laufe annoch einige Wiesen wässern, und demStaate nützlich werden kann. Sollten denn eben dieLotterien mehr als andre Nothmittel zu tadeln seyn?

Könnte man sie alle verbieten, und dabey verhin-dern, daß die Menschen nicht in heimliche Versuchungenund Stricke fielen: so möchte man es immerhin thun.

Könn-