an ihre Freundin auf dem Lande. i6i
Urtheilen Sie also, was ich bey Ihnen auf dem Lan-de gelitten habe, wo Ihre Krebse nichts als Krebs, undIhre grossen Karpen nichts als Karpen waren. Wie istes aber möglich, daß Sie Ihre Zeit so abgeschmackt zu-bringen, und Ihren Verstand so wenig üben können!Noch ist es Zeit sich zu bekehren. Sie haben erst zwan-zig Jahr, und eine Figur die wenigstens etwas verspricht.Kommen Sie also zu uns. Ich will Ihnen die Manierund den Weg zur Bewunderung in einem Monate zeigen,und so können Sie villeicht noch eine kleine Rolle amHofe mitspielen. . . .
rÄ.
XXVll.
Gedanken über die vielen Lotterien. Bey
dem Anfänge derOfnabrücktschen Lotterie.
mein guter Crito, die vielen Lotte-rien, und der große Beyfall, den sie überall fin-den, ist eia Merkmal unsrer höchstverdorbenen Sitten.Die Menschen, und sogar auch diejenigen unter ihnen,denen die weise Vorsehung nichts ohne Mühe zugedachthat, wollen alle plötzlich reich werden, und fallen in Ver-suchung und Stricke; und viel reitzendere Stricke als dieLotterien giebt es, den Stein der Weisen ausgenommen,gewiß nicht. Die Neigung zu leichtfertigen Gewinnstenhat sich über ganz Deutschland ausgebreitet, und kaumist noch hie und da ein alter ehrlicher Vater, dem diesaure Frucht des Fleisses schmeckt, und der sich an demAbende seiner Tage durch die süsse Erinnerung seiner über-standenen Mühseligkeiten erquickt. Wenn ehedem eineGesellschaft junger Waghälse dem Glücke mit stärkern alsgewöhnlichen Schritten Nacheilen wollte: so übernahm sieMös. parr. Pham. I. Th L Berg-