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Hieronymus Magdeburger und Hans Schenck : zwei Studien zur Medaillenkunde
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ist, wie ihn Ludwig Krug als redendes Wappen führt, sondern ehereine Kanne. Als solche bezeichnete auch Bernhart früher richtig denGegenstand in seinem Buch über die Medaillen Karls V. 1 Im übrigenist es schwer einzusehen, wie der nur als Münzstempelschneider undProbierer in Nürnberg, in Schwabach und dann auch längere Zeit inKremnitz tätige Hans Krug eine so ausgebreitete und langandauerndeTätigkeit im Norden und Nordosten des Reiches entfaltet haben soll.Es liegt von vornherein sehr viel näher, an einen norddeutschen Künstlerzu denken, und diesen haben wir vor uns in Hans Schenck. DieSignatur der Luthermedaille könnte, sofern HSK richtig ist, also mög-licherweise „Hans Schenck Konterfetter“ gelesen werden. Wie trefflichdas Kännlein, das Schenck sich in den dreißiger Jahren zulegte, alsredendes Signum zu dem Namen paßt, braucht nicht erst hervorgehobenzu werden. Unmittelbar neben die Luthermedaille von 1524 hatte ich dieMedaille eines älteren Mannes gestellt: HANS SCHENCK DER ALTSEINS ALTERS 53—1525 2 . Es wird nicht zu gewagt sein, in diesemalten Hans Schenck den Vater unseres Künstlers zu erblicken. Mitnoch größerer Sicherheit als früher 3 gebe ich ferner die schöne Medailledes Markgrafen Wilhelm von Brandenburg 4 unserem Meister. Ist derDargestellte doch ein Bruder Herzog Albrechts; er lebte als Domherrund Coadjutor, später als Erzbischof in Riga. Im Kreise des früh schonvon der neuen Lehre erfaßten Preußenherzogs hat auch die Luther-medaille von 1524 ihren Platz. 1522 und 1523 weilte Albrecht inNürnberg, wo er Osiander hörte. Auf der Rückreise kam er in Witten-berg mit Luther zusammen. Vielleicht hat er bei dieser Gelegenheitden jungen Hans Schenck aus dem Reich mit nach Königsberg ge-führt.

Wie lange der Künstler dort lebte, wissen wir nicht. In dendreißiger Jahren dürfte er schon nach Berlin übergesiedelt sein, wo1538 Joachim II. mit dem Schloßbau begann.

Daß wir nun in der Tat in dem Meister der Reihe von 1537 niemandanders vor uns haben als Hans Schenck, beweist besser als Worte dieZusammenstellung der beiden kleinen Stücke Joachim II. und seiner Ge-mahlin Hedwig Taf. V 4 u. 4a mit den beiden, die gleichen Personen

1 S. 60 Nr. 10y: „kleine Kanne mit Henkel.“

2 Deutsche Med. S. 241, Abb. 17 u. 18.

8 s. dagegen Bernhart, Archiv II S. 35.

4 Menadier Taf. 75, Nr. 579.

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