Rede des Herrn Superintendenten Wolters,
gehalten am 27. Juli 1873bei
Enthüllung des Denkmals.
Ließe Ireunde!
Die Feier, zu der wir uns versammelt haben, gilt einemlieben, geliebten Manne. Wir stehen um sein verhülltes Denk-mal. Wollte unser Fest in den Festgenosscn nur das bewirken,daß durch ein Bild von Erz die Erinnerung an den theuernTodten, an seine Gestalt, sein Wesen, in den Herzen aufgc-frischt würde, daß er selbst dadurch gleichsam in uns auflcbte:so würde cs nur nöthig sein, den Schleier hinwegznziehcn —an dem Werk, das bewährte Künstlerhand geschaffen, uns zuerfreuen — und in uns aufznnehmen, was sie uns vor Augenstellt. Aber dazu nur sind wir hier nicht erschienen. Dennwir tragen ein lebendiges Bild unseres Freundes in uns, dasHochachtung, Dankbarkeit, Freundschaft, Liebe, unseren Seeleneingcprägt hat, ein nnverlöschliches Bild, so farbenreich, daß esniemals nöthig sein wird, den Staub des Vergessens davonabzuwischcn. Anders müssen wir den Werth dieser Stundeverstehen. Wir wollen das Bild des Entschlafenen, das inunfern Herze» ist, hell auflenchten lassen, und dann das Bildvon Erz, das treue Liebe errichtet, so anschauen und annchmen,