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50jährigen Amts'Jubelfeier
des Herrn
0ARL Kj_APDOR sen.
Düsseldorf, den 26. Oetober 1897.
Mel.: „Dort wo der alto Rhein.“
Herbei, herbei zum goldnen Jubelfeste,
Das heut uns sehart um einen wackern Greis,
Der lange schon mit uns in einem NesteLeid, Freud’ und Steuern zu ertragen weiss.
Schenkt ein, schenkt ein! ein Glas vom besten WeinAuf unsern Jubilar, schenkt ein!
Dem Wasser ist er niemals hold gewesen.
Doch liebte er wie wir den edlen Wein,
Derweil sich dran ergötzt und Viel’ genesenZu aller Zeit von Sorgen, Not und Pein.
Drum soll vom Rhein ihn lange noch erfreu’nEin volles gutes Gläschen Wein.
Ein biedres Herz hat ihm der Herr gegeben,
Das warm für Andre schlägt in Freud und Leid,
Dazu ein zähes, unverzagtes Leben,
Das Tag und Nacht dem Menschendienst sich weiht.
Und muss es sein, mit Knochenbruder HeinGeht mutvoll er den Kampf noch ein.
Auch Fröhlichkeit und Scherz im FreundeskreiseHat er geliebt und liebt er heute noch,
Und blieb, ihr wisst’s, dabei im rechten Gleise,
Hielt Bürgertugend über alles hoch;
Ein Bürger, seht wie er im Ruche steht,
Der ruhig seine Wege geht.
Weil unser Herrgott einst das Wort verkündet,
Wie es nicht gut sei, dass der Mensch allein,
Hat amtlich er mit Amor sich verbündet,
Der paarweis ihm die Herzen führet ein.
Der Jubilar macht ernst den Beiden klar:
Ihr seid nun fest auf immerdar.
Zwar ist das Rand auch wieder bald zerrissen,
Oft hielt es kaum die Flitterwochen aus,
Dann sprach er den Getrennten ins GewissenUnd — liess aufs neu gebunden sie nach Haus.
So hat er treu gebunden und geflickt,
Den hat’s gefreut und den gezwickt.
Und wem gelang’s, dass trotz der Müh’ und SorgenDer Jubilar stets guter Laune war?
Wer machte heiter Abend ihm und Morgen?
Die Kinder sind’s, die Gattin immerdar!
So füllt das Glas, ein Hoch dem Jubilar,
Lang leb’ er über’s goldne Jahr!
D. G. v. B.