Druckschrift 
Lieder zur Abschieds-Feier für Herrn Rechtsanwalt Justizrath Frings : am 9. October 1880
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

0

Melodie: Dort wo der alte Rhein.

Beim Festesschmause lasst ein Wort Euch sagenVon unserm Frings als Knabe Engelbert.

Wie er zur Schule ging mit viel BehagenUnd grosser Fleiss Ihn machte schier gelehrt,

Hat Mütterlein schon prophezeit:

Der Jung ist so gesclieidt,

Der bringt es sicher noch recht weit.

Dass solche Ahnung nimmer war verfehlet,Beweist der Freunde ehrend Zeugniss heut.

Den Advokafenstand sich Frings erwählet,

Gewinnt Prozesse trotz der Schwierigkeit.

Zum Anwalt wird er bald ernannt,

Als Ehrenmann bekanntAm ganzen Rhein und Düsseistrand.

Collegen dann gar weise überlegen.

Dass stille Wasser gründen meistens tief,

Und weil Vertrauen sie zum Freunde hegen,

Als Stabesträger man Frings I berief.

Da war er fest und auch noch mild,

Wie Ivo lehrt im Bild,

Der Standesehre Schwert und Schild.

Beim neuen Reichsprozesse gut zu schlafenIst heuer kaum dem Sonntagskind bescheert;

Doch Frings erfasste schnell die ParagraphenUnd fand heraus, was Schutz dem Recht gewährt.Der deutschen Einheit hohes GutIn Rechtsanwaltes Hut:

Für dieses Ziel Er Alles thut.

Wenn nach des Tages Last die Müsse winket,Gemüthlich plaudern Freunde imVerein,Justizrath Frings wohl auch ein Gläschen trinketUnd wandelt heitern Sinns in ihren Reilin.

Da weilt Er gern beim Lichterglanz,

Wenn Musik, Spiel und TanzErfüllt des Mannes Wonne ganz.

Zum Abschied sollte jetzt der Becher kreisen,

Da Frings der Praxis vale hat gesagt.

Doch nein! Wir lassen Dich nicht von uns reisenIns Land der Einsamkeit, wo man verzagt,

College bleibst Du uns am Ort:

Dem Freund in That und WortEin herzlich Vivat immerfort!