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Räuber aus Linnep zu verjagen. Bis zum September dauertedieser kleine Krieg im Frieden in Linnep, bei welchem auchab und zu geschossen, aber wohl kaum getroffen wurde. DieBehörden haben sich bei dieser Invasion ziemlich ohnmächtiggezeigt."
Unmittelbar hierauf wurde Aegidius Ernst Herseler Bogtdes Iülichschen Amtes Neuenahr. Der Kurpfälzische Hof- undStaatskalender führt ihn als solchen und als Kellner von Neuen-ahr für die Jahre 1743—1780 auf. Er wohnte dort in demAmtshause von Beul neben dem Clarissenkloster, der jetzigenJugendherberge. (In dem Hause hat später auch Ludwig vonBeethoven einige Zeit gewohnt.)
Während seiner Tätigkeit in Neuenahr wird Aegidius Her-seler erwähnt in Urkunden vom 9. 4. 1745, 17. 5. 1745, 26. 10.1756, 16. 5. 1767 und in der Steuer- und PensionsrechnungNeuenahr von 1767/68. Diese Urkunden finden sich im Ahr-weiler Stadtarchiv (Ratsprotokolle 17) und im Staatsarchiv zuDüsseldorf (Iülich-Berg-Domänen, und Handschriften-MappeIV I Nr. 2.)
Im Jahre 1780 scheint Aegidius Herseler sich vom Dienstzurückgezogen zu haben: er wählte seinen Wohnsitz wieder inDüsseldorf, wo er am 6. 5. 1785 auch gestorben ist. In seinerSterbeurkunde wird er „Herr zu Schwalm" genannt.
Aegidius Herseler ist unvermählt geblieben. In der Gerichts-eintragung von Beul vom 8. II. 1787 wird als seine Erbinseine Nichte, die Witwe Franh geb. Legrand — Nr. 5 — be-zeichnet. Nach den Aufzeichnungen dieses Gerichtes (StadtarchivBonn?rotoco1Ium jucticisle des Gerichts Beul 1. 412) betrugdie ganze Erbschaft des Bogtes Herseler 2200 Thlr. Dazu ge-hörte sein Haus zu Beul samt Kelterhaus, Stallungen und einemHofplatz in der Größe von 7 Pinten I Ruthe I I Fuß. DiesenHofplah hatte Aegidius Herseler in den 40 Jahren aus demHeppinger Pantaleons Lehn, dem Siberhschen Gartenlehn, er-worben und dafür 13 alb. 10 Heller gezahlt. (Staatsarchiv Düs-seldorf, Pantaleonsakken Nr. 24a Bl. 89a.) Der Miterbe, derKurpfälz. Hofkammerrat und Nenkmeister der Aemter Löwen-burg und Lülsdorf, Anton Franh — Nr. 576 — ließ die Gütergerichtlich eintragen.
Aus der im Jahre 1716 geschlossenen 2. Ehe von Maria GertrudHertmann! mit Johann Sebastian Krafft gingen dann 4 weitereKinder hervor, welche in Wanlo (Kr. Grevenbroich) getauft wor-den sind:
695. 14. Friederike Vincentia Maria Theresia Krafft
am 20. 4. 1717. Ihre Paten waren Friedrich von Schoenebeckund Bincentia von Schoenebeck, Aebtissin von Merten (vergl.Familie Hertmanni S. 226).