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Haus Brempt ist nach dem Tode Johann Caspars im Jahre 1710 andessen Sohn Friedrich Christian gefallen, welcher dieses Gut, „Rittersitz Porstim Amt Kempen", als sein Eigentum in seinem Testament anführt. Bonseinen 9 Kindern, welche sämtlich außer dem testamentarisch von der Erbfolgeausgeschlossenen Johann Max Joseph — 7022 — und Franz Theodor — 7024 —ohne Nachkommen gestorben sind, wird Franz Theodor als Eigentümer vonBrempt bezeichnet. Von diesem kam das Besitztum auf seine Kinder, vondenen ihn mit Nachkommen nur die beiden Töchter überlebten, von denenFrancisca Adolfine —7027— mit Benignus von Dhaem, und die andereHelene — 7628 — mit Johann Heinrich von Hontheim vermählt war. Wennwir nun auch feststellen können, daß von Dhaem zeitweise auf Haus Bremptgewohnt und von der Besitzung Pachtgelder eingezogen hat, so scheint dochdas Eigentum endgültig der 2. Tochter Helene zugefallen zu sein, die auch ineinem alten Familienstammbaum als Erbin zu Brempt und Vorst bezeichnetwird?) Als ihr Erbe wird ihr Sohn Johann Nicolaus von Hontheim
— 7762 — als Herr zu Brempt und Godesberg bezeichnet. Von seinen Kin-dern hatte nur die mit dem Freiherrn von Hilgers verheiratete Tochter Helene
— 7766 — Nachkommen, unter denen das Gut dann in 3 Teile geteilt wor-den ist. Hiervon erhielt einen Elisabeth, Ehefrau von Eltester — 7769—, denzweiten der General Richard von Hilgers —7772—, und den letzten ver-äußerte die Ehrenstiftsdame Irma von Hilgers —7774— an eine WitweGottlieb Schwedler. Diese Dreiteilung ist noch auf einer Flurkarte aus demJahre 1884 zu erkennen. Die Besitzung wurde damals in Bauplätze und Gär-ten parzelliert und nach und nach verkauft. Der letzte Verkauf erfolgte 1912durch den Grafen Schmising — 7776—, den Schwiegersohn des GeneralsRichard von Hilgers.
Die Hertmannis scheinen nicht viel in Brempt gewohnt zu haben. Dasmag damit zusammenhängen, daß ihr Beruf sie zum Aufenthalt in andernOrten zwang. Schon im Jahre 1745 hören wir, daß der Vorster PfarrerPetrus Schütt das Schloß für Wohnzwecke gemietet hat, weil seine Pastoratverfallen war. 1859 verkauften es „die Erben Hontheim" mit dem Gartenan den Bürgermeister Schmiß von Vorst, nachdem längere Jahre die Web-stühle mehrerer Familien in den Räumen des Schlosses geklappert hatten.Gegen Ende des vorigen Jahrhunderts brannten die Wirtschaftsgebäude abund lagen viele Jahre in Trümmern. Das Schloß selbst geriet in Verfall. ImJahre 1910 erwarb der Gärtner Heinrich Hendrix aus Straelen den altenEdelsiß. Seinen Bemühungen ist es zu danken, daß Schloß und Garten wie-der ein freundliches Aussehen erhalten haben.
') Im Besitz des Grafen von Korff, genannt Schmising-Kerssenbrock zu Wies-baden.