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salem war und nun in dieser Kapelle das hl. Grab nach seinen Ideen nach-bilden lassen wollte; dabei waren sehr sonderbare Freskogemälde gemalt,z. B. Judas, wie er sich, nachdem er den Heiland verraten, an einem Baumaufgehängt hatte."
Soweit der von Oidtman'sche Bericht über das alte Gutsgebäude Broich.
Der einzige Sohn des ersten Freiherrn von Hertmanni, nämlich JohannWilhelm von Hertmanni — 740 — erbte Haus Broich zusammen mit Groß-und Klein-Kollenburg und Norbisrath. Durch seine erste Frau wurde er wei-ter Besitzer von Ober- und Unter-Casbach bei Linz. Wir haben früher schon(Seite 76 f.) darauf hingewiesen, daß Johann Wilhelm sehr wenig haus-hälterisch veranlagt war. So kam es, daß er bei seinem Tode im Jahre 1778s seiner Witwe von den 6 Gütern nichts weiter hinterließ als das stark ver-! schuldete Haus Broich. Der Mann seiner Tochter und einzigen Erbin Ludo-vica Franziska Freiin von Hertmanni —747—, der Bürgermeister MaxByll verstand es, die Verhältnisse des Gutes Broich wieder so weit zu festigen,daß es seinem Sohne Wilhelm Joseph Byll — 742 —, welcher mit MariaAnna von Oidtman aus dem Hause Hottorf vermählt war, möglich war, dasAnwesen wieder auf eine Größe von 371 Morgen zu bringen. Nach demTode des Wilhelm Joseph Byll wurde Haus Broich von dessen Witwe am7. 8. 1865 an den Fürsten Arthur Napoleon von Rhema Volbeck, Grafenvon Lamoy-Clervaux zu Lüttich für 80 000 Reichstaler verkauft. Das Guts-haus blieb nun lange Jahre unbewohnt und verfiel. Die Vorburg branntezum Teil ab. Die Söhne des Käufers, die Verschwender waren, veräußerten,nachdem ihr Pater 1874 gestorben war, Haus Broich im Jahre 1895 an denFabrikbesitzer Joseph Tillmann in Köln. Dieser ließ das Anwesen im Jahre1898 wieder neu aufbauen, wobei es sein altes Äußere wesentlich einbüßte.Während des Krieges erwarb Heinrich Schloßmann 1916 das Anwesen, umauf demselben eine Rennpferdezucht einzurichten.
Uber das Haus Broich befinden sich ausführliche Akten in dem Düssel-dorfer Staatsarchiv (Abt. Familienpapiere Hertmanni). Sie liegen dort zu-sammen mit den Akten über das Wynandsgut (Siehe S. 353). Letzteres warstaatliches bezw. kurfürstliches Lehen. Die Papiere dieser staatlichen Lehens-, güter sind in dem Düsseldorfer Staatsarchiv gesammelt. Daher erklärt es sich,/ daß dort eine besondere Sammlung Hertmannischer Familienpapiere sich' befindet.
6) Haus Brempt.
Haus Brempt liegt im Dorfe Vorst in der Nähe von Krefeld. Auf einemkleinen Hügel, der künstlich ausgeschüttet ist, erhebt sich der Bau als ein guterhaltenes Denkmal alter Zeiten. Er gehört zu der Reihe der Niersschlösser,welche einst als Sitze der im Lande wegen ihrer Raub- und Rauflust beiKaufmann und Bauer gleichmäßig gefürchteten „Mülgauer Schnapphähne"und „Niersjunker" im Mittelalter lange Zeit Orte des Entsetzens waren.Außer Brempt waren dies Haus Neersdonk und Haus Raedt, alle in denNiederungen der Niers zwischen Viersen und Krefeld bei Porst gelegen. Heute