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1 (1928) Die Familie Hertmanni
Entstehung
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und der Schemen des Mörders Ruhe gefunden habe. Wenn auch im Volks-munde die Namen der handelnden Personen teils corrumpirt, teils ver-wechselt worden sind — einen historischen Hintergrund wird man unbestreitbardieser Sage beilegen dürfen.

Das besagte Kreuz ist etwa 2 Fuß über dem Boden erhaben, hat eineLänge von beinahe 30 Fuß, während der Querbalken etwa 12 Fuß mißt.

Uns interessieren hier vor allem die Beziehungen der Familie Hertmann!zur Kollenburg. Lassen wir die Geschichte darüber reden:

Seit 1680 war die Kollenburg im Besch der Familie von Weede. H AlsJohann Reiner von Weede 1700 gestorben war, empfingen die 4 minder-jährigen Kinder die Belehnung mit der Burg. Unter diesen Kindern war eineTochter mit einem Herrn von Dammerscheidt verheiratet. Ihm überließendie Vormünder der Kinder beide Güter Kollenburg pachtweise. Nun hatteein Herr Gohr aus Köln auf Klein-Kollenburg ein Kapital vorgeschossen,und als er keine Zahlung erhielt, klagte er auf Verkauf nä bastam publicum.Der zu Klein-Kollenburg zugehörige Bezirk, auf 80 Morgen zu je 30 Rthlr.abgeschicht, wurde dem Gohr für seine Forderung von 900 Rthlr. zugesprochenunter der Bedingung, daß die Minderjährigen von Weed ein halbes Jahr nochdas Kapital zurückzahlen könnten. Das geschah tatsächlich durch von Dammer-scheidt und so gelangte er wieder in Besch von Klein-Kollenburg. Er soll sichindessen wenig um die Güter gekümmert haben. Groß-Kollenburg sollöde und wüst gelegen haben, Klein-Kollenburg sei auch verfallen und seinerWaldungen beraubt worden. In diesem Zustande verkauften nun am 30. 8.1715 zu Linn der 1682 geborene kurpfälzische Fähnrich Caspar Bernhardvon Weed, sowie Max Wilhelm Theodor von Dammerscheidt, Herr zu Dornisch,und seine Frau Elise Margarethe geborene von Weed „den an der GroßenKollenburg habenden von deren Ahnen herrührenden Anteil mit allem Rechrund Gerechtigkeit, Haus, Hofstatt, Jagd, Fischerei, jv8 patroimtus usw. sowiedie Kleine Kollenburg und alles dasjenige, was sie bisheran an beiden Kollen-burg gebraucht haben, es sei Linnisch, Kempisch oder Lidbergisch gelegen, mitallem Recht und Gerechtigkeit an die Eheleute Wilhelm Josef von Hertmanni,Herrn zu Norbisrath und Anna Katharina von Porst für 3500 Rthlr. Hierbeiübernahmen die Ankäufer ein dem Herrn von Fraich zustehendes Kapital von100 Rthlr. cum intsres8e und 500 Neußer Thlr. an die Armen zu Wylich."Wilhelm Josef von Hertmanni wurde am 3. Oktober 1715 mit den GüternGroß- und Klein-Kollenburg belehnt.

Ob es bei dem Ankauf ganz einwandfrei hergegangen hat, kann manheute nicht mehr feststellen. Wilhelm Joseph war jedenfalls stolz auf seinenBesch, so stolz, daß er sich jetzt meist nannte „Freiherr von Hertmanni zu Collen-burg", ja, seine erste Frau unterschrieb sich häufig nur Adelheid von Collenburg,ließ also das Hertmanni ganz weg. Sie hießen im Volksmund einfach dieKollenburger. Bezeichnend dafür ist die Tatsache, daß die von Adelheid vonSchönheim in die Ehe mitgebrachte Burg Ober- und Untercasbach bei Linzheute noch vom Volk Kollenburg genannt wird! — Und doch mögen schon bald

) Weede ilt derselbe Name wie Wied, wie er am Mitielrhein in dem bekanntenFürstengeschlecht vorkommt.