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1 (1928) Die Familie Hertmanni
Entstehung
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Johann Gabriel Hertmanni c.16951765.

Er war ein Sohn des Johannes Hertmanni und der Adelheid Kessel4007,Geburtsort und Geburtsjahr sind uns von ihm wie von fast allen Kindern die-ses Ehepaares unbekannt. Doch dürfen wir annehmen, daß seine Geburtzwischen die Jahre 1690 und 1695 gefallen ist. Er hat erst spät geheiratet undwar, als er die Ehe mit Maria Clara Caroline Köhls im Jahre 1740schloß, mindestens schon 45 Jahre alt.

Im Kölner Kirchenbuch von St. Jacob (K. Kb. 104,30) steht darüber:

^nno 1740 in inense llulio bone8ti88imam et praenobilsin virZinemdtariarn Llaram Larolinain Xöüch Üe8pon8atam cum üc>ne8ti88iino et pras-nobili «tomino dl. Hertmanni aclministratore satrapias 6rulsnsi8 äimisi allR. O. Lalüer pL8torem in Vocbsm copulancto8.

Die Braut wohnte hiernach in Köln in der Pfarre St. Jacob. Der Pfarrervon St. Jacob gibt seinem Amtsbruder Calker in Vochem (bei Brühl) die Er-laubnis, die Trauung des N. Hertmanni (offenbar hat er dessen Vornamennicht gewußt) mit der Köhls in Vochem vorzunehmen.

Johann Gabriel war kurkölnischer Vice 8atrapa in Brühl. Satrapa oderAmtmann" war das, was wir nach unfern Begriffen mit Landrat vergleichendürfen; er war der oberste Verwaltungsbeamte über einen Kreis mehrererOrtschaften und hatte auch in militärischen Dingen eine führende Rolle. ViceStraps war der sogenannteAmtsverwalter", der in Vertretung der 8atrapaarbeitete. In Brühl war das Satrapenamt mehrere Generationen hindurch inder Familie Wollerheim. Bei der Taufe des jüngsten Kindes des JohannGabriel im Jahre 1753 war ein Wollerheim Pate. Er wird dort praetor ge-nannt, d. h. er war Schloßhauptmann unter dem Kölner Kurfürsten ClemensAugust. Dieser war seit 1722 Erzbischof von Köln geworden. Ihm, der einprachtliebender Mensch war, verdankte Brühl eine neue Blüte. Er ließ dieStadt wieder verjüngt und verschönt aus den Ruinen erstehen, so daß dieFolgen -er schweren Kriegsnot vom Jahre 1689, von der wir oben (Seite 255)gesprochen haben, bald wieder verschwanden. 1725 begann er den Bau desheute noch vorhandenen prächtigen Schlosses, an dem er bis zu seinem Lebens-ende (1761) gearbeitet hat. Diese ganze Zeit hat Johann Gabriel mit erlebt.Seine Amtsstellung mag ihn oft mit dem Kurfürsten zusammen geführt haben.Kriegsunruhen blieben ihm freilich auch nicht erspart, da die schlesischen KriegeFriedrichs des Großen, gegen den Clemens August mit den Franzosen ver-bündet war, die französischen Truppen öfters in den Bereich des ErzstiftesKöln führten. (Näheres siehe Seite 375.)

In dem nur eine halbe Stunde nordwestlich von Brühl gelegenen OrteVochem besaß Johann Gabriel ein ehedem adeliges Gut. Dieser Rittersiß, dessenStelle jetzt nochHerrenhaus" genannt wird, lag an der Westseite der Kircheund berechtigte zum kurkölnischen Landtag im Stande der Ritterschaft. Das