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3. Der K le i n st o m me l s h o f bei Pulheim. Daß dieser Hof demJohann Michael selbst gehört hat, kann daraus geschlossen werden, daß seineWitwe und sein ältester Sohn Peter Diedrich um die Weiterbelehnung nach-gesucht haben, und daß der genannte Peter Diedrich seinen Brüdern undSchwestern die Leibzucht an dieser Pulheimer Erbschaft zu Lebzeiten seinerMutter abkauft. Uber diesen Hof wissen wir nichts Weiteres. Auch heute weißkein Mensch in Pulheim etwas von diesem Hof. Jedoch wird der Hof in einerUrkunde der Pfarrei Geyen aus dieser Zeit erwähnt. Da heißt es: JohannaMagdalena Freiin von GraßH erwarb 1722 durch Kauf das in Pulheimgelegene freiadelige Gut, der große Stommeler Hof genannt, für 1625 Rthlr.;es gab daselbst noch einen kleinen Stommelshof.
Aus der Bormundschaftsabrechnung vom 16. 8. 1715 über die Verwen-dung des Kaufpreises des Gutes zu Auenheim (siehe oben) ist ersichtlich, daßauch die Bewirtschaftung des Pulheimer Gutes große Kosten verursacht hat.Frau Wittib Hertmanni erklärt zu einem Ausgabeposten von 210 Rthlrn. „mitmehrerer Beschwernuß, daß es landkundig und jedermänniglichen zur genügebekannt sei, daß vom Jahre 1711 biß 1714 einschließlich schwere mißwachsendeJahre leider eingefallen gewesen und dadurch bey der Haushaltung und Acker-bau mehr, auch ein merkliches (absonderlich, daß das Guth zu Pulheimb mitReparierung des Gebäueß, als wohl auch der Äcker mit Mirgellen (?s nit ohnesonderbahre Kosten in diesen betrübten Zeichen und mißwachsenen Jahren inbesseren Stand gebracht) eingebüßet und verbrauet, alß auchringen können."
Johann Michael Hertmanni starb, erst 45 Jahre alt, am 24. 2. 1704. SeineFrau hat ihn bis zum 7. 7. 1725 überlebt, wo sie offenbar auf ihrem elterlichenBesitztum Düsternau gestorben und beerdigt worden ist. In den Kirchenbüchernder Piarrei Peterslahr an der Wied, zu welcher Düsternau gehörte, findet sichfolgende Eintragung: „die 7. Iuliy 1725 die wohlgebohrne fraw Anna MariaSara wittib von Hertmanni, fraw zu Pulem."
Im Düsseldorfer Staatsarchiv befinden sich noch Akten eines Proresses derWitwe Johann Michael Hertmanni zu Köln früher zu Düsseldorf, gegen ihreStiefschwester Christine von Hostina, geb. von Schoenebeck, wegen einer Dar-lehenssorderung.
Johann Michael Hertmanni hatte aus seiner Ehe mit Anna Maria Sarahvon Schonebeck 8 Kinder, welche ihn alle bis auf eins überlebt haben.
2002 1. Peter Diedrich Hertmanni. Er mag zwischen 1683 und1685 in Auenheim geboren sein. Wie aus der in den GerichtsaktenPulheim und Geyen im Düsseldorfer Staatsarchiv enthaltenen Er-klärung feiner Witwe hervvrgeht, ist er am 18. 6. 1731 zu Pulheimgestorben. Verheiratet war er (wohl seit 1715—1719) mit Mar-garethe Agnes de le Ieune, mit welcher er nach der oben
') Gehörig zu der Familie der Frau des älteren Freiherrn Wilhelm Josephvon Hertmanni — 7Z9 —