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1 (1928) Die Familie Hertmanni
Entstehung
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in Dülken gewohnt hat, und dies wird auch durch die Tatsache bestätigt, daßsein erstes Kind auch in Dülken geboren ist. Jedenfalls aber wohnte er anfangs1676 in Brüggen. Dort befand sich ein heute noch bestehendes altes Schloß(heute im Besitz des Herrn Dr. Hommelsheim in Köln), das bis zum Ausgangdes 18. Jahrhunderts Eigentum der jeweiligen Herzoge von Jülich war. Hierhat unser Johann Caspar gewohnt.

Die Bezeichnung des Johann Caspar alssatrapa-- in obiger Tavfurkundeist falsch. Er warpruskectus 8LtrLpiae", d. h. also Bogt. Die Satrapie wargewöhnlich im Besitz einer adeligen Familie; zu Lebzeiten des Johann CasparHertmanni (1695) war ein Herr von Elmpt Satrap.

Die Zeit seiner Tätigkeit als Vogt des Amtes Brüggen war für JohannCaspar Hertmanni wegen der fortdauernden kriegerischen Ereignisse mitschweren Sorgen angefüllt. Holländische, französische und brandenburgischeTruppen lösten sich ständig ab und brandschatzten die ganze Gegend. Im Ok-tober 1673 zog Wilhelm von Oranien mit einem Heere von 11 060 Reitern und14 000 Fußsoldaten bei Venlo über die Maas, am 25. Oktober langten sie inBracht, Kaldenkirchen, Breyell und Born an, wo sie 2 Tage und 2 Nächte inder fürchterlichsten Weise hausten; die Vorstadt Brüggen wurde geplündert,ebenso die Kirche zu Born. Als Wilhelm von Oranien 3 Jahre späterMastricht belagern wollte, forderte er am 12. 7. 1676 zur Fortschaffung derArtillerie und Munition 150 Pferde mit gutem Geschirr. Hiervon hatte dasAmt Brüggen allein 100 Gespanne zu stellen. Für die Unterhaltungskostender pfalzgräflichen Soldaten, welche der Pfalzgraf Philipp Wilhelm zumSchutze seiner Länder angeworden hatte, mußte das Amt Brüggen am 28. 9.1676 die stattliche Summe von 8 504 Reichstalern aufbringen. Als sich dannkurz darauf noch im Jahre 1676 die Franzosen des Landes bemächtigten,hatten das Amt Brüggen und die Stadt Dahlen eine Kriegssteuer von 2149Reichsthalern in einem halben Jahre zu zahlen, um der angedrohten Strafezu entgehen, daß 20 Dörfer niedergebrannt wurden. Selbst der Friede vonNymwegen (23. 3. 1679) brachte dem Lande nur für kurze Zeit Ruhe. ZehnJahre später entbrannte der Kampf aufs Neue. Frankreich legte am 14. 10.1688 dem Jülicher Lande eine Kriegssteuer von 200 000 Reichthalern auf, diees zur Hälfte sofort zahlen mußte. Hiervon entfielen auf das Amt Brüggen16 512 Reichsthaler. Daneben bürdete derKommandant der Armeen imErzstift, in Jülich und Berg" dem Amte Brüggen eine Kontribution von2550 Reichsthalern auf. Gleichzeitig quartierte sich Kapitän Bogi mit seinenDragonern in Brüggen und Umgebung ein und ließ es dabei an Erpressungennicht fehlen. Der Kommandant de Lalane forderte bei seinem Einmarsch indas Amt Brüggen wegender guten Haltung seiner Truppe" eineHand-salbe" für sich von einem Pferd und einem Stück Leinwand von jedem Amts-ort. Als vier Deputierte ihm klar legten, daß die Bewohner nicht in derLage seien, seinem Wunsche nachzukommen, gab er sich mit der Lieferung von2 Kutschpferden im Werte von 140 Reichsthalern zufrieden. Am 10. 3. 1689stellte dieser selbe Lalane folgende Verpflegungsordnung auf: Für seine 3 Ritt-meister forderte er täglich je 45 Stüber, für 5 Lieutenants je 22)4 Stüber, für5 Quartiermacher je 12 Stüber und für jeden seiner 200 Reiter 7)4 Stüber,außerdem Pserdefourage. Seine eigene Küche sollte wöchentlich mit einem