Druckschrift 
1 (1928) Die Familie Hertmanni
Entstehung
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ein Schreiben dieser Nonne, in welchem sie dem Verkauf des Gutsdie Hoeff"widerspricht. Es scheint also durch dieses Gut ein großer Zwist in die Familiegekommen zu sein, obwohl die Tante der Nonne, die Ehefrau Hertmanni, zuihrer Nonnenaussteuer im Jahre 1702 ihr bei ihrem Eintritt in das KlosterMeyll 879 Reichsthaler, 26 albi 2 Heller gezahlt hatte. Ein Test dieser Ver-wandten wird in dem Seite 399 ff abgedruckten Testament der Anna Catharinaerwähnt.

Die Schuldenwirtschaft des Wilhelm Joseph Hertmanni scheint recht großgewesen zu sein. Sie ist einigermaßen zu erklären, wenn wir an den Erwerbder mannigfachen Guter durch Wilhelm Joseph denken. Besaß er doch dieRittersitze Groß- und Klein-Kollenburg, Broich, Norbisrath (Siehe Seite 338 ff)und Casbach.

Ueber den Kauf des Hauses Broich befindet sich im Düsseldorfer Staats-archiv die betreffende Urkunde vom Jahre 1737: Schultheiß Theodor Vaßmerund die Schefsen des Gerichts Kempen beurkunden den Verkauf des Ritter-sitzes Broich von den Erben von Brugghen an Herrn von Hertmanni zuKollenburg. Es ist ein mächtiges Pergament vom Umfang der Kölnischen Zei-tung (jede Seite zu 100 Zeilen, 3 Seiten), das in dem schwülstigen Stil derdamaligen Zeit gehalten ist. Ein Auszug aus diesem Perhandlungsbericht be-findet sich auf Seite 344 ff dieses Buches.

Am 25. Januar 1705 wurde Johann Wilhelm Joseph von Kaiser Karl VI.in den erblichen Adelstand erhoben. In dem Diplom heißt es:

Wan Unß nun allerunterthänigst vorgetragen und angerühmt worden diegutte tugend, gelehrt- und geschicklichkeit womit sich auh sonderbahren eyfferauch ohnaussetzlicher treu und Vorsichtigkeit Wilhelmb Joseph Hertmanni lauthbeygebrachter ausführlicher zeigenschafften sorgfältigst auffgeführet und nachlöblichem exempel seines groß- und votieren zu allseithiger vergnügenheilgleichfalls verdienstlich zu machen getrachtet anerwogen, der erstere viele fahrbey weyl. Philipp Wilhelmbs Churfürstens zu Psaltz Liebdt sehr nutzbahreDienste seiner vortrefflichen aigenschafften zu folge nicht nur in vertrettungder geheimben Rathsstelle sondern auch Verrichtung verschiedener wichtigen ge-sandschafften beständig und dermassen vergnüglich geleistet, daß Er auch wegenseiner bey dem Pfaltzischen Churhauß und dem gemeinen weesen vorder ist er-worbenen stattlichen verdienstn nach seinem todfall vielfältig bedauert wordensein Vatter nit weniger bey jetzt gemelten Churfürstens zu Psaltz und nach-gehends Chur Eöllen Liebdten die Rathsstelle bekleidet und fruhezeitig abge-storben, Er Wilhelmb Joseph Hertmanni beider rechten Licentiat aber durchseinen ungemeinen fleiß und begierde zu solcher wissenschafft in geist- undweltlichen rechten gelanget, daß Er bey dem Churfürstlichen Cöllnischcn welt-lichen Statt- auch halß -und peinlichen geeichten zu Bonn die Schöffen- undBeysitzersstelle noch würklich verrichten thue, Unß dem Heyl. Röm. Reich undUnserm Ertzhauß Oesterreich auch gleichmäßige treugehorsambste dienste fürrhinerweissen zu können- da allerunterthänigsten erbietens ist und wohl thun kan,soll und mag".

Den genauen Wortlaut des Diploms finden wir auf Seite 420 ff abgedruckt.