Druckschrift 
Erste Grundlinien der Logik
Entstehung
Seite
101
Einzelbild herunterladen
 

des Fürwahrhaltens. roi

nommen werden soll, so ist kein Grund vorhanden,warum man annehmen könnte, daß wahrscheinlicher«ine weiße als schwarze gezogen werden möchte. Znsolchen Fällen fällt alle Berechnung der Wahrscheinrlichkeit weg.

Hingegen kann eine Berechnung (öfters wenig-stens eine Schätzung) der Gründe der Wahrscheinlichekeil für und wider eine Sache angestellt werden, wennsie entweder an Anzahl oder an Werth, oder an beyrden zugleich verschieden find. Die Wahrscheinlichkeitwächst und nimmt ab, r) nach der größer» oder ge-ringem Menge der Gründe, 2 ) nach der Stärke undSchwäche derselben. Um eine solche Ueberlegunganstellen zu können, dienen folgende Regeln:

r) Man bemerke, wie viele einzelne Fälle, mögelich sind, und setze unter jeden die Gründe, welchedafür find, daß er eintreffen könne. Wenn z. D.drey Fälle möglich sind, so sehe man,

I. II. III.

Gründe », 1», c. Gründe m, n. Gründe r, s, r, n.r) Hierauf zähle man hie Gründe bey jedem

Falle.

z) Endlich schätze man sie nach ihrem Werthe,wenn sie darin verschieden sind, und bestimme sich fürden Fall, der die wichtigsten Gründe für sich hat. Istder Werth der Gründe gleich, so bestimme man diegrößere oder geringere Wahrscheinlichkeit bloS nach derMenge derselben.

Für den ersten Fall gehört die Untersuchungfolgender Frage; ist eS wahrscheinlicher, daß derKaufmann Titius viel, oder daß er wenig Vermögen