Aesthetik.
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§- 254.
Auch das phvsisch-dynamisch-Große kan»uns zu Gedanken an unsre höhere Bestimmung undzum lebhaften Gefühle unsrer übersinnlichen Vrrmö-gensarten veranlassen, und insofern physisch dyna-misch-erhaben werden. Hierüber ist folgendes zubemerken. Alle Gegenstände, die uns, entweder inihren Ursachen, oder in ibren Aeusserungen und Wir-kungen, eine Macht, weiche sehr große Hindernisse zuüberwältigen im Stande ist, anschaulich vor Augenstellen, pflegen uns, wenn wir uns auch gleich se istin Sicherheit befinden, dennoch furchtbar zu er-scheinen. Sie sind uns aber furchtbar, insofern wiruns in den Fall denken, daß wir uns genöthigt Sä-tzen, jener übermächtigen Gewalt Widerstand zu lei-sten , wodurch wir uns denn der augenscheinlichstenGefahr unterznlirgen aussehen würden. So nieder-schlagend nun in diesem Falle das Gefühl unsrer phy-sischen Ohnmacht ist, welches aus dem Bewußt ementsteht, daß jeder versuchte Widerstand Key weitemvergeblich seyn würde', so sehr wird das Gemürh wie-der erhoben, wenn wir in unscrm vernünftig-freienWillen ein Vermögen wahrnehmen, uns selbst pon demphysisch-Unwiderstehlichen gewiffermassen unabhängigzu erhalten. Wenn wir nehmlich den Fall setzen, inßwir uns in der Nothwendigkeit befanden. entwederunfern höchsten sittlichen Grundsätzen, und mit ihnender Würde unsrer vernünftigen Natur zu entsagen,oder uns jener Macht, die der furchtbar-erhabene Ge-genstand ankündigt, zu widersetzen; so werden wir inuns einer Kraft gewahr, uns, als nicht ganz von derphysischen Welt abhängende Wesen, über alles, wasdie Natur Schreckliches hat, in gewisser Rücksicht zu