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Aesthetik,
§ 249. !
Jede Anschauung eines mathematisch-grvs-sen Gegenstandes fordert das Genauth auf, den-selben als ein Ganzes zustammenzufaffen <§. 247,.);hierdurch veranlaßt sie eine lebhafte Geschäftigkeit der lVorstellungskraft, welche schon an und für sich selbst >unterhaltend ist, und oft durch, mancherlei hiiizukom- !wende Ideen noch anziehender wird. (§.241.) j
Wer fühlt es nicht, wie bcy dem Anblicke eines ncoiü >großen Gegenstandes sich die Vorstellungskraft gleichsam jausdehnt und über den gewohnten Kreis erhebt, um dai 'ganz« Objekt der Anschauung in Eins zusammenzufaffeli? !
§- 250. ;
Die Anschauung des mathematisch - Erha-benen, das wegen seiner für Angenmaaß und Ein- ^bildungskraft unermeßlichen Ausdehnung nickst als einGanzes in einem Bilde vorgestellt werden kann, be-wirkt zwar vermittelst des Bewußtseyns dieses unsrrs ssinnlichen Unvermögens ein Gefühl der Unlust: zngleicher Zeit aber nehmen wir mit Zufriedenheit wahr,baß wir das alle Gränzen der Sinnlichkeit weit über- jsteigende Vermögen der Vernunft besitzen, jedes asthe- !tisch-Unermeßliche, so wie die gestammte Natur, alsein Ganzes — zwar nicht vorzustellen, aber doch szu denken. Dieses Vermögen ist uns der sicherste Bc- 'weis von der übersinnlichen Natur unserS Geistes: jdas Bewußtscyn desselben erhebt wieder das durchs Er-fühl seiner Eingeschränktheit niedergeschlagene Eemüth :und eröffnet ihm in dem Gedanken an seine erhabenen ,Anlagen und in der wenigstens dunkeln Ahndung sei- !ner überirdischen Bestimmung eine reiche Quelle Geist ^und -Herz belebender Gefühle. I