184 Aesthetik.
jekt, welches seiner vorzüglichen Größe wegen an sichohne Interesse gefällt. Es gefällt aber, in-dem es. nicht nur die Kräfte des'Gemachs, welchessich bemüht, Heu großen Gegenstand ganz-.zu faste»,anstrrngt, erweitert und dadurch unterhaltend bcschäs-' tigt, sondern auch Bewundrung, Erstaunen, Achtungund Ehrfurcht, neost andern ähnlichen Gemälhsbewe-gungen, erweckt, zumal, wenn dessen Eindruck durchNeuheit, K on traft, das Unerwartete, ÄS umdsrbare, u. d. gl. noch verstärkt wird. — Da alleGröße entweder extensiv oder intensiv ist,d. i. entweder in Ausdehnung oder in Kraftansserungbesteht; so wird daS a sth e t i sch - G r 0 ß e in daS >mathematisch - Große und in das dynamisch- ;Große cingetheilt. Ein Gegenstand, der in demGrade ästhetisch-groß ist, daß er gar nicht als ein -Ganzes kann übersehen werden, heißt ästhetisch-unermeßlich.
Das Große, wovon hier geredet wird, is^ nicht Gegen-stand ddr logisch - mathematischen Größen-schähung, wo eine Ertension, (z. B. eine Provinz)vermittelst .der Begriffe von Zahlen, (hier nach Quadrat- IMeilen ) bestimmt wird, sondern der ästhetischen oderanschaucndenGrößenschätzung, welche bey sicht-baren Gegenständen durch Anschauung, vermittelst des so-genannte» D.igdnmaaßes, bey nicht sichtbaren, vermittelst >der bloßen Vorstellung in der Phantasie aeschiehet. — Um .die Größe eines Gegenstandes ästhetisch zu bestimmen, !wirb erfordert, daß man dcnscl'-e» — er mag uns nun lselbst vor Lugen stehen, oder dessen Vorstellung nur derPhantasie vorschweben — nicht nur nach 'allen seinenTheilen fasse, sondern ihn auch als ein anschaulichesGanzes zusammcnfaffs und mit einem Bliche übersehe.Was aber seiner Größe wegen nicht als «in Ganzes ge-faßt und in einem Bilde von der Phantasie kann vor-gestellt werden, ist ästhetisch- unermeßlich.