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Taschenbuch zur Philosophie des Lebens, des Umganges und des Lebensgenusses : zur Bildung der Menschheit, vorzüglich aber der reifern Jugend beyder Geschlechter
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181
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mung der Neigungen errichtet dir Freund-schaft, die gegenseitige Gefälligkeit befördertund die Geradheit des Herzens erhält sie;doch die allzu große Vertraulichkeit trübt sieoft so sehr, daß Freunde einander nicht mehrkennen. Wer sagt, die Vertraulichkeit ser-bas Schild der Freundschaft, kennt ihre De-likatesse nicht, und wer zu tziel Vertraulich-keit von uns verlangt, den kümmert unsreFreundschaft wenig. Die Vertraulichkeit öff-net der Liebe die Thüre, verschließt sie aberder Freundschaft. Kurz, wer der Freund-schaft Dauer verschaffen will, muß sie der-gestalt in Acht nehmen, daß die ungezähmteVertraulichkeit vor ihr nicht zu erscheinenwage; denn diese kommt nie anders als inBegleitung ihrer Tochter, der Verachtung,welche die Quelle der unversöhnlichsten Feind-schaften ist. *