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Taschenbuch zur Philosophie des Lebens, des Umganges und des Lebensgenusses : zur Bildung der Menschheit, vorzüglich aber der reifern Jugend beyder Geschlechter
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129
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Das Talent, Leute lächerlich zu ma-chen, und diejenigen, mit denen wir umge-hen , zur Schau zu stellen, ist eine Eigen-schaft kleiner unedler Seelen. Man findetoft die größten Flecken in den glänzendstenCharakteren; aber wie ungereimt ist es nicht,alle schätzbaren Seiten eines Mannes zu über-sehen und unsre Aufmerksamkeit bloß aufseine Schwächen zu richten; sich seiner Un-vollkommenheiten mehr als seiner Tugendenwerkh zu machen.

Wer in Gesellschaft nur darauf sinnt,de» Leuten Spaß zu mache», der kann sicherseyn, dadurch ihre Hochachtung zu verlieren.

Keine Beleidigung macht einen so tie-fen Eindruck auf unser Gedächtniß , alseinboshafter schneidender Spaß; mag er auchnoch so gut sepn, so ist er doch immer sehrschlecht, wenn er Feindschaft veranlaßt.

Beißende Scherze werden mehr durchVernachlässigung, als durch Beantwortungentkräftet, eö sey denn, daß sie schnell undwitzig zurück gegeben werden.

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