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Taschenbuch zur Philosophie des Lebens, des Umganges und des Lebensgenusses : zur Bildung der Menschheit, vorzüglich aber der reifern Jugend beyder Geschlechter
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106
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Derjenige Mensch ist verdächtig , wel:cher sonst lasterhaft war, und auf einmahlsich hervorstechender Tugenden rühmet.

Den Schlemmer und Säufer lernt manaus Gesprächen über Essen und Trinken ken-nen. Eben so ist es mit andern Tugendenund Lastern.

Lobe Jemanden, oder tröste ihn im Lei-den. Diese Theilnahme macht, daß nichtselten die dunkelsten und verborgensten Ge-danken Hervorbrechen.

Ruhmsüchtige und Prahler sind unwich-tige Menschen; von diesen hat man nichtviel zu fürchten.

Den halte für einen rechtschaffenenMann, dessen Handlungen und Reden ingenauer Harmonie stehen, der ohne Rang-sucht und ohne Begierde »ach Hähern Be-dienungen ist, dessen Bescheidenheit wahrist, und der seinen Aufwand nicht zu sehreinschränkt.

Den Verschwiegenen lernt man darauserkennen, wenn er dir, ohnerachtet eurer in-nigen Freundschaft, das Gcheinmiß einesDritte» um keinen Preis verkauft. Um ihu