M e n s ch e >1 k e n li t n i ß.
§)eir Menschen, wie er eigentlich ist, suchein bemoosten Hütten, auf dem Felde, beyländliche» Festen und in der Kinderwelt; dazeigt sich der Geist und die Gesinnung deseinzelnen Menschen in seiner eigenthümlichenGestalt. In den Städten geht er fast im-mer in der Maske. Gesicht, Worte, Be-tragen und alles lügt am Städter, wenig-stens muß er dir verdächtig scheinen.
Noch sicherer lernt man die Menschenbey besonder» Vorfällen kennen, z. B. inKrankheit, in Trunkenheit, beym Spiel,auf Reisen, bey Leiden, bey solchen Gele-genheiten , wo der Eigennutz ins Spiel kommtu. s. w. Hier schwindet der Schleyer, mitdem sie bey einer nüchternen und gewöhn-lichen Gemüthsverfassung, ihre Sinnesartverhüllen, und der Blick des aufmerksamenund unbefangenen Zuschauers findet einenoffnen Zugang.