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Taschenbuch zur Philosophie des Lebens, des Umganges und des Lebensgenusses : zur Bildung der Menschheit, vorzüglich aber der reifern Jugend beyder Geschlechter
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Seite
11
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II

ten, leichter die Gefahr gänzlich zu vermei-den, als in derselben nicht umzukommen.

Die stärkste Leidenschaft eines Menschenist gewöhnlich seine schwächste Seile.

Es ist die niedrigste aller Leidenschaf-ten Gefallen an dem zu finden, was wirnicht haben, und gering zuschätzen, waSwir besitzen.

Leidenschaft macht zu Thoren, welche«S sonst nicht sind; und zeigt die als Tho-ren, welche es sind.

Ernähre und noch weniger entzündenie eine Flamme, die du zu-löschen nickt,wenigstens höchst wahrscheinlich hernach nichtmehr im Stande bist. Hat Hch erst dasHerzaus einer Neigung eine allzu süße Ge-wohnheit gemacht, so ist cs sehr schwer,sie zurück zu nehmen.

Suche Herr über dich selbst zu werden,und du wirst ein Gut besitzen, was du niewirst verlieren wollen, und was das Glückdir nie wird rauben können.