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Erika : eine Tragödie
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Bürgermeister.

Kein Geld? Viel mehr, als ihr, Dummköpfe, denkt;Denn, wenn ihr in der Luft die Hüte schwenktUnd brüllt, wie wenn vom Teufel ihr besessen.Glaubt er euch von Begeist'rung angefressen —

Und dann wirds weit're allsogleich besorgt.

Und unsre Stadt aufs neue angeborgt.

Bürger.

Wie sollen wir's denn machen? macht's uns vor —Dort kommt der Zug — bald ist er hier am Tor!

Bürgermeister.

Ihr sollt den Enthusiasmus moderieren —

Rust nicht zu laut und ruft auch nicht zu leise.Erweist Ehrfurcht dem Kaiser nach Gebühren,

Doch tuts in nüchtern bürgerlicher WeiseUnd nach dem „Hoch", ihr Ratsherrn, tretet für.Ich reich' sodann ihm Augsburgs Schlüssel — ihrReicht Brot und Salz ihm und den Ehrentrunk —'s ist eine unsrer alten Reichsstadtsitten —

Und mir so recht wie aus dem Herz geschnitten;Denn Brot und Salz und Wein gibts hier genung.Es kostet, sozusagen, keinen Stüber.

Erster Ratsherr (lachend).

Dem Kaiser wär' wohl 'n bares Sümmchen lieber.

Bürgermeister (zu den weißgekleideten Jungfrauen).Und wenn ihr vor der Kaiserin euch verbeugt —Nicht allzuviel des Baselemanes zeigt —

Nicht so wippsterzig — nicht so affektiertUnd keine Blicke rechts und links geschmissenNach jenem Rittervolk, das danach giert —

In einem solchen Blick — Gott mag es wissen —Da wimmelt's oft von mehr als hundert Küssen,Mit einem Wort — nicht kokettiert!

Erste Jungfrau.

Wir sollen wohl, Eu'r Mißtrau'n nicht zu wecken.Am End' die Augen in die Tasche stecken.