Fürst. Sie rathen und thun nach dein Beispieleanderer Höfe, wo andere Fürsten so erbärmlich sind, ihreRathschläge zu befolgen.
Fürstin. Und Du?
Fürst- Ja, Dorotheechen — hier soll eine andereOrdnung der Dinge eintreten. Aber die große Krankheitder Zeit läßt sich selbst in einem Lilliputerländchen, wiedas unsrige, nicht in einem Schlage curiren. Die Schlimmstenmüssen allerdings fort — und das binnen Kurzem. Uebersie ist bereits mein Stab gebrochen. Von den Anderenwird ein großer Theil, wenn er sieht, wie knapp und länd-lich es an unserem Hofe zugeht, sich schon von selbst einanderes Fahrwasser suchen. Einige wenige — die bestellunter ihnen, können auch hier bleiben; — denn Unsereinsmuß sich am Ende in etwas nach der Mitwelt richten.— Aber im großen Ganzen — verlaß Dich darauf: esist bei uns eine andere Zeit im Anzuge. — Drum seiruhig und leb' wohl, klein Dorotheechen. (Er küßt sie aufdie Stirn und geht ab.)
8. Scene.
Fürstin (allein).
Fürstin. Da Hab' ich einmal regieren wollen undsteh' da, abgekanzelt wie ein Schulkind. (Sich im Spiegelbetrachtend.) Wo sind jetzt die grausamen Herrscherfältchen
von meiner Stirn geblieben?-(Nach einer Weile
mit dem Fuße stampfend.) Aber ich Hab' doch recht gehabt.Warum soll man nicht Knall und Fall thun, was docheinmal geschehen muß? — Nun — der Fürst muß wissen,was ihm obliegt -— und ich — ich will jetzt mein rothesKöfferchen auspacken. Aber zuerst — husch — alle Thürenzu — (Zudem sie Thüren im Hintergründe und links verichließtund die Schlüssellöcher verhängt.) Die Schlüssellöcher sinddie Lorgenetten der Oberhofmeisterin. — So jetzt kann ichwieder ich sein. (Sic kniet vor dein rothen Köfferchen, um esaufzuschlicßen. — Plötzlich aufspringend.) Wie wird mir aufeinmal so fremd und beängstigend — so schwindlich zu