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thümlichen Wesen »vthwendig und unabweislich hervorgehendenZweck, die Sittlichkeit, und den die Freiheit erst jenseits desGrabes unter der Bedingung einer ewigen Dauer vollständigzu realisiren hoffen darf, als den höchsten, unbedingten undewig dauernden erklären, dem alle anderen untergeordnet wer-den muffen. Dagegen ist aber auch die Glückseligkeir, welchevon den sinnlichen Anlagen und Kräften zum Gegenstände ihrerBestrebungen gemacht wurde, ein so inniges Bedürfniß unse-rer sinnlichen Natur, daß sie gleichfalls als ein Zweck der irdi-schen Bestimmung des Menschen für die irdische Dauer seinersinnlichen Kräfte erscheint. Tugend und Glückseligkeit sind alsoZwecke, aber als aus ganz verschiedenen Quellen entsprungen,auch ganz verschiedener Gattung. Sie können also keineswegsin dem Verhältnisse wie Mittel zum Zwecke stehen, weil einZweck, der das Mittel zur Erreichung eines höheren Zweckeswerden soll, mit dem höheren Zwecke von ganz gleicher Gac-kung seyn müßte. Sie können aber auch nicht als in einenZweck zusammen fallend betrachtet werden, weil die geistigenund sinnlichen AnlageiMnd Kräfte eines Menschen wohl »ebeneinander, aber keineswegs chaotisch vermischt und durch einan-der laufend bestehen. Nachdem aber reine Sittlichkeit der hö-here und unbedingte, aus dem geistigen, höheren Begehrungs-vermögen entsprungene Zweck ist, so kann jener der Glückse-ligkeit diesem nur untergeordnet seyn. Die Vernunft, die alsoreine Sittlichkeit als den höchsten Zweck ankündigt, kann daherdie Erreichung des Zweckes der sinnlichen Wohlfahrt nur injenen Fällen dulden, in welchen der aus ihrem Wesen hervor-gehende höhere Zweck dadurch nicht beeinträchtiget wird. Znallen andern Fällen, in welchen beyde Zwecke als unvereinbar-lich erscheinen, verwirft die Vernunft die Realisirung desGlück-seligkeitszweckes, weil sie als oberstes und höchstes Vermögennicht ihre Natur verläugnen, und den unbedingten Imperativder Sinnlichkeit über das mit moralischer Nothwendigkeit wir-kende Geboth der Pflicht erheben, und dieses um des ersterenwillen aufgeben kann.