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1 (1824) Bibliothek der Humanitäts-Wissenschaften zur Selbstbildung für Jünglinge von reiferem Alter : philosophische Wissenschaften
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reinpraktische Interesse am sittlich Guten, welchesdas Gute um des Guten willen ausüben lehrt, wahrend daspathologische nichts anderes als ein aus der Betrachtungder nützlichen oder angenehmen Folgen einer Handlung ent-springendes Wohlgefallen ist. Eine Handlung kann also miteiner allgemein gültigen Marime, mit dem Sittengesetze Über-einstimmung, folglich Legalität, Gesetzmäßigkeit haben, ohnejedoch aus reiner Achtung für das Sittengesetz, aus reinprak-tischem Interesse entstanden zu seyn. In diesem Falle kommtderselben nur objective, keineswegs aber subjektiveMoralität zu, welche letztere allein einer Handlungsweise mo-ralischen Werrh, und dem Handelnden persönliche Würde er-theilt. Wohl nur selten ist eine Handlung ganz aus reinprak-tischem Interesse entsprungen, ohne daß nicht auch das patho-logische irgend einen Antheil daran hätte. Aber dieser geringereoder größere Antheil bestimmt auch den Grad der subjektivenGüte eines Menschen, den Grad seiner persönlichen Würde,die um so geringer seyn wird, je mehr bey seinen Entschlie-ßungen und Handlungen das sinnliche Interesse vorder Achtunggegen das Sirrengesetz vorherrschend wird.

§- » 4 -

Ungeachtet die moralische Natur des Menschen demselbeneine Norm seines Verhaltens aufstellt, so ist denn doch seinWille frey, und er kann vermöge dieser Freyheit das Sitten-gesetz entweder befolgen, oder zu befolgen unterlassen, oderdemselben wohl gar geradezu entgegen handeln. Allein so ver-kehrt auch der Mensch immer handeln, so weit er sich auch vondem vom Sittengesetze vorgezeichneten Wege entfernen mag:so schweigt doch die innere Stimme nie, die ihm ernst undunablässig gebiethet, das Gute um des Guten willen, folglichaus reiner Achtung für das Sittengesetz auszuüben. Der Menschfühlt sich demnach verbunden, dem Sittengesetze gemäß zu han-deln, und diese unerläßliche, sich jedem Vernunfrwesen auf-dringende und aus der moralischen Natur entspringende Ver-