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1 (1824) Bibliothek der Humanitäts-Wissenschaften zur Selbstbildung für Jünglinge von reiferem Alter : philosophische Wissenschaften
Entstehung
Seite
108
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Da nun das Subjective sich nicht in allen Anderen auf dieselbeArt findet, so ist die Vergleichung unserer Überzeu-gungen mit den Überzeugungen Anderer das Mit-tel, das Subjective vom Objektiven zu unterscheiden, und da-durch Jrrthümer zu entdecken. Läßt sich das Urcheil Anderermir unserem Urtheile nicht in Übereinstimmung bringen, somüssen wir untersuchen, ob unsere oder die fremden Urtheile auseinem zum Jrrchume leitenden Scheine beruhen.

Allein dieses Mittel, so vorzüglichen Werrh es auch anund für sich hat, ist nicht untrüglich. Es gibt Meinungen,die ganze Stände, ja Nationen und Zeitalter mit einander ge-theilt haben oder noch theilen, und die dessen ungeachtet irrigsind. Zn solchen Fällen erweiset das Allgemeingelrende keines-wegs das Allgemeingültige, und die Übereinstimmung Vielernicht die Wahrheit des Urtheiles. Sicherer zum Ziele leiten dievon der Vernunft gebothenen Regeln, nach eigener Über-zeugung zu streben, einen Gegenstand von meh-reren Seiten zu betrachten, und konsequentzu denken.

§. 3c>.

Besondere Regeln zur Vermeidung desScheines und desJrrthumes.

Die besonderen Regeln, Schein und Jr>-thum zu vermeiden, richten sich nach den Quellen, auswelchen diese entspringen. Um den Jrrrhümern zu begegnen,die auf sinnlichem Scheine beruhen, befolge man den Grunl-satz, daß nur jenes als wahr» angenommen werden könne,was mir gesunden Sinnen, aus dem gehörigen Standpunkte,und aufmerksam und öfter beobachtet, uns als wahr erscheint,und durch das übereinstimmende Urcheil Anderer als richtigbestätiget wird. Erhaltung, Übung und Stärkung der sinn-lichen Werkzeuge sind wichtige Beförderungsmittel der Richtig-keit sinnlicher Wahrnehmung. Soll Phantasie und Gedächtnisnicht Zrrthümer veranlassen, so muß die crstere der Herrschaft