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1 (1824) Bibliothek der Humanitäts-Wissenschaften zur Selbstbildung für Jünglinge von reiferem Alter : philosophische Wissenschaften
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und praktische, deren die elfteren spekulative Gegenstände,die anderen Sachen des Geschmackes und die dritten Handlun-gen zum Gegenstände haben.

§. 26.

Mittel zur Aufhebung oder Verminderung desScheines und des Jrrthumes.

Der Einfluß, welchen Schein und Jrrthum auf die Rich-tigkeit unserer Erkenntnisse haben, kann theils völlig aufge-hoben , und zum Theile wenigstens geschwächt werden. DieRegeln, welche zur Erreichung dieses Zweckes beobachtet wer-den müssen, theilen sich in allgemeine und in beson-dere, deren die elfteren die Vermeidung der Einwirkung allesScheines und Jrrrhumes überhaupt, und die anderen die Aus-hebung oder Schwächung des Einflusses bestimmter Arten vonSchein und Jrrthum zum Gegenstände haben.

, §> 29.

Allgem/ine Regeln zur Vermeidung desScheines und Jrrthumes.

Wenn man alle die verschiedenen Gründe, durch welcheSchein und Jrrthum erzeugt werden, in nähere Betrachtungzieht, so zeigt sich gar bald, daß sie aus zufälligen Anlässenentspringen, und nach der Verschiedenheit der erkennendenSubjecte nothwendig verschieden seyn müssen. So erscheintz. B. ein Thurm, in der Ferne gesehen, rund, in der Näheviereckig; so beleidigt den Empfindlichen eine Kleinigkeit, dieder Kaltblütige als unbedeutend ganz unbeachtet läßt.

Der Jrrthum entspringt hiernach aus der irrigen Erhebungdes in der Erkenntnis; vorkommenden Subjectiven zum Objek-tiven, das heißt, darin, daß dasjenige, was der Vorstellungeines Objectes bloß im erkennenden Subjecte zukommt, demObjecte selbst zugeschrieben wird. So legt der Gelbsüchtige diegelbe Farbe, die der Schnee in seinem kranken Auge hat,dem Schnee selbst bey, und sagt hiernach, der Schnee sey gelb.