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1 (1824) Bibliothek der Humanitäts-Wissenschaften zur Selbstbildung für Jünglinge von reiferem Alter : philosophische Wissenschaften
Entstehung
Seite
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§. n.

Vollständige, unvollständige und einseitigeBegriffe.

Der vollständige Begriff muß alle Merkmahle ent-halten, die nothwendig sind, um einen Gegenstand von denübrigen zu unterscheiden. Wenn ein wesentliches Merkmahlfehlt, ist der Begriff unvollständig. Unvollständig wärez. B. der Begriff:der Kreis sey eine krumme Linie, inwelcher alle Puncte von dem Mittelpuncte gleich weit entferntsind;" weil hier noch das wesentliche Merkmahl fehlt, daß eraucheinein sich selbstgeschlossene" Linie ist*). Jederunvollständige Begriff kann einseitig werden, weil er dengedachten Gegenstand nicht in seinem ganzen Umfange erken-nen, oder auch gewisse einzelne Merkmahle in irgend einerbesondern Beziehung zu sehr hervorspringen läßt.

§. 12 .

Klare und dunkle, deutliche und verworreneBegrif f e.

Ein Begriff ist klar, wenn man ihn nach seinen Merk-mahlen von allen andern genau unterscheiden kann. Zum dcut?lichcn Begriffe erhebt er sich, wenn man seine verschiede-nen Merkmahle auch einzeln bestimmt anzugeben vermag.Hiernach können die einfachen Begriffe nur klar, nichtaber deutlich seyn, weil sie keine verschiedenen Merk-mahle, kein Mannigfaltiges enthalten. Hierher gehörenalle Begriffe von Einheit, mathematischen Puncten, geradenLinien, Farben, Tönen u. s. w.

*) Zu einem vollständigen allgemeinen Begriffe von einem Fischegehören die von allen andern Tyieren ihn wesentlich unterschei!denden Merkmahle, daß er nur eine Herzkammer und eineVorkammer, daß er rotheS und kaltes Blut hat, daß er sichmittelst der Flossen bewegt, und mittelst der Kiefern Athemholt. Fehlt eines dieser Merkmahle, so ist der Begriff-unvoll-ständig.