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Rede und Antwort : gesammelte Abhandlungen und kleine Aufsätze
Entstehung
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daß unsere Seele die Heimat verloren hat, sich im Eiferso weit von ihr entfernte, daß sie sich nicht mehr znrückfindenkann. Aber scheint es nicht, daß gerade die größten undstärksten unter den Menschen der handelnden Leidenschaftsich jederzeit leichtzurücksinden"? Ich hörte, daß Napo-leon einschlasen konnte, wann er wollte, am Tag, unterMenschen, im Lärm einer schwankenden Schlacht. . . unddenke ich daran, so steht mir jenes Bild vor Augen, dessenKunstwert nicht eben hoch sein mag, dessen Anekdote aberstets einen unendlichen Reiz aus mich ausgeübt hat. Esheißt:L'sst Imi" und schildert eine dürftige Bauernstube,deren Bewohner, Mann, Frau und Kinder, sich in scheuemSchauen bei der offenen Tür aneinanderdrängen. Denndort in der Mitte des Zimmers, aufrecht an dem schlechtenTisch, sitzt der Kaiser und schläft. Er sitzt dort, dies Sinn-bild egoistischer und expansiver Leidenschaft, hat den Degenabgetan, die schlaffe Faust auf den Tisch gestützt, das Kinnauf die Brust gesenkt und schläft. Er braucht keine Stille,keine Dunkelheit, kein Kissen, um die Welt zu vergessen;er hat sich auf irgendeinen harten Stuhl gesetzt, hat seineAugen zugetan, hat alles zurückgelassen und schläft.

Der ist gewiß der Größte, welcher der Nacht die Treueund Sehnsucht wahrt und dennoch die gewaltigsten Werkedes Tages tut. Darum liebe ich das Werk am meisten,das aus derSehnsucht hin zur heiligen Nacht" geborenwurde und gleichsam trotz seiner selbst dasteht in seinerWillens- und Schlummerherrlichkeit, ich meine denTristan" von Richard Wagner.

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