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Rede und Antwort : gesammelte Abhandlungen und kleine Aufsätze
Entstehung
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Igo

mit stiller Genugtuung der unabhängigen Kraft meiner Phan-tasie bewußt, die nichts mir rauben konnte. Ich erwachtez. B. eines Morgens mit dem Entschluß, heute ein achtzehn-jähriger Prinz namens Karl zu sein. Ich kleidete mich ineine gewisse liebenswürdige Hoheit und ging umher, stolzund glücklich mit dem Geheimnis meiner Würde. Mankonnte Unterricht haben, spazieren geführt werden oder sichMärchen vorlesen lassen, ohne daß dieses Spiel einen Augen-blick unterbrochen zu werden brauchte; und das war dasPraktische daran. Übrigens brauchte es nicht immer einPrinz zu sein, meine Rollen wechselten häufig.

Denn da war ja ferner auch noch das Götterspiel, eineUnterhaltung ersten Ranges. Schon hat der Leser aus demNamen, den ich meinem Schaukelpferde gab, meine früheBeschäftigung mit der Ilias ersehen. In der Tat habenmir Homer und Vergil in der dankenswertesten Weise alleJndianergeschichten ersetzt, um die ich mich nie bekümmerthabe. In einem Buche, das schon meiner Mutter beimMythologie-Unterricht gedient hatte (es trug eine PallasAthene auf dem Umschlag und gehörte zu denen, die dieKinder dem Bücherschrank entlehnen durften), waren ausden Werken dieser beiden Dichter in deutscher Sprache pak-kende Auszüge enthalten, die ich seitenweis auswendig wußte(besonderen Eindruck machte mir diediamantscharf schnei-dende Sichel", die Zeug im Kamps gegen Typhon erhebtich wiederholte mir diese Stelle immer wieder), und frühwar ich vor Troja, aus Jthaka und dem Olympos so wohlzu Hause wie meine Altersgenossen im Lande des Leder-strumpss. Und was ich so begierig in mich ausgenommen,das stellte ich spielend vor. Ich hüpfte als Hermes mit pa-piernen Flügelschuheu durch die Zimmer, ich balanzierte als